Das kollektive Stockholmsyndrom

 in FEATURED, Gesundheit/Psyche, Politik (Inland)

Das Verhältnis vom Staat zum Bürger gleicht einer missbräuchlichen Beziehung — trotzdem lassen die Menschen sich dies gefallen. Der Staat wird immer übergriffiger und mischt sich immer mehr in das private Leben seiner Bürger ein. Schon lange ist die Parallele zu einem Täter bei emotionalem Missbrauch offensichtlich, doch vor allem die letzten 20 Monate haben in dieser Hinsicht traurige Vergleichsmöglichkeiten geschaffen. Dennoch lässt eine Mehrheit der Menschen sich dieses übergriffige Verhalten gefallen, ja sehnt sich sogar geradezu danach. Könnte sich dieses Phänomen mit einem „kollektiven Stockholmsyndrom“ erklären lassen? Ein Ausflug in die Welt von Missbrauchsopfern und -tätern. Felix Feistel

 

Emotionaler Missbrauch in persönlichen Beziehungen kann schwere seelische Verletzungen hervorrufen. Er hinterlässt oft schwerwiegende Traumata und kann dazu führen, dass das Opfer seiner Wahrnehmung misstraut. Die Beziehung wird dann vollkommen falsch interpretiert, und das Opfer gibt sich selbst die Schuld an allem, was passiert. Schaut man sich die Charakteristika einer missbräuchlichen Beziehung genauer an, stellt man fest, dass sie sich hervorragend auf das Verhältnis zwischen Staat und Bürger übertragen lassen. Gerade in den letzten 19 Monaten ist dieses missbräuchliche Verhältnis sehr offensichtlich geworden, war aber auch vorher schon sichtbar. Werfen wir also einen Blick auf die Anzeichen einer solchen missbräuchlichen Beziehung.

Keine Verantwortung

Missbrauchende Partner weigern sich, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, und geben die Schuld für alles, das schiefläuft, dem anderen Partner. Das kennen wir aus den letzten 19 Monaten zur Genüge. Die Inzidenzzahlen steigen? Die Maßnahmenkritiker sind schuld. Menschen sterben? Die Impfgegner müssen dafür verantwortlich sein. Noch ein Lockdown? Wieder die Maßnahmenkritiker, die verantwortungslos für ihre Freiheit demonstrieren. Nie übernehmen die tatsächlich Verantwortlichen die Verantwortung für ihr Handeln. Immer versuchen sie, die Schuld abzuwälzen.

Da werden Begriffe wie „Alternativlosigkeit“ verwendet und die Verantwortung an vorgeblich naturgemäße Notwendigkeiten delegiert. Wurde „falsch“ gewählt, dann ist eben der dumme Wähler schuld, der nur nicht verstanden hat, dass die herrschenden Parteien nur zu ihrem Besten regieren wollen.

Diese Verantwortungsverschiebung wird durch Täuschung, Verdrehung von Tatsachen oder schlichten Lügen gerechtfertigt. Symptomlose Infektion, ein nichtssagender PCR-Test, Überlastung von Intensivstationen, aussagelose Inzidenzzahlen, falsche Impfquoten, die Lüge von der sicheren Impfung — all das haben wir allein in den letzten 20 Monaten erlebt. Auch die Ergebnisse gefälschter Studien zu steigenden Infektionszahlen nach Demonstrationen von Maßnahmenkritikern wurden laut verkündet. Staat und Kapital schrecken vor Lügen und Verdrehungen nicht zurück.

Der Aufstieg der AfD wurde mit der Fremdenfeindlichkeit primitiver Ostdeutscher erklärt, die nicht verstanden hätten, was richtig und gut ist, statt die Verantwortung für den steigenden Zuspruch fremdenfeindlicher Parteien in eigenem Fehlverhalten zu suchen. SUV-Fahrer und Fleischesser trifft die Schuld am Klimawandel und nicht eine Politik, die seit Jahrzehnten ein zerstörerisches Wirtschaftssystem hofiert und stützt. Die Reihe der Lügen und Verdrehungen ließe sich noch endlos fortsetzen.

Schmeichelhafter Täter

Missbräuchliche Partner wickeln ihre Opfer mit Charme ein und überzeugen sie davon, dass sie nur zu ihrem Besten handeln. Damit rechtfertigen sie auch, dass sie ihren Partnern hinterherspionieren und ihre Kontakte einschränken. Das kennt man ebenfalls aus den letzten 19 Monaten. „Es geschieht doch nur eurer Gesundheit wegen“, vermittelt der Staat, um Lockdowns, Kontaktbeschränkungen, Berufsverbote und Kontaktnachverfolgung zu rechtfertigen und den Bürgern eine Überwachungsapp aufzunötigen. Ständiges Testen, Einreiseanmeldungen, der Green Pass stellen sicher, dass die Überwachung immer engmaschiger wird.

Doch all das hat schon vor Corona begonnen. Staatliche Überwachung durch Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner und den Ausbau von Überwachungskameras, auch mit Gesichtserkennung, sind keine neue Erscheinung.

Auch das rechtfertigten die Verantwortlichen mit der Sicherheit. Sicherheit vor den Terroristen, vor den Kriminellen, vor den russischen Spionen. Das Feindbild ist hier sehr beliebig. So soll ein kollektives Gefühl der Angst und Unsicherheit erzeugt werden mit dem Ziel, das Selbstvertrauen der Missbrauchsopfer zu zerstören.

Stärke untergraben

Täter von Missbrauch untergraben zudem die Stärke ihrer Opfer und spielen die Erfolge herunter. Sie werten Erreichtes ab und werfen ihren Opfern vor, sie seien zu emotional, verrückt oder zu empfindlich. Dies lässt sich anhand der Demonstrationen im August 2020 in Berlin sehr gut beobachten. Systematisch wurden die Teilnehmerzahlen kleingerechnet, die Maßnahmenkritiker als verrückte Spinner oder überempfindlich tituliert, die rein von Emotionen getrieben handelten und sich leichtfertig dem wohlmeinenden Staat widersetzten. Statt sich mit den Argumenten der Kritiker auseinanderzusetzen, werden sie abgewertet, und ihnen wird vorgeworfen, dass sie nicht wüssten, wovon sie redeten. Immerhin seien sie ja keine Virologen.

Dasselbe geschieht heute, wenn es um die verheerenden Folgen und Wirkungen der Impfung geht. Auch hier sind sich die „Impfverweigerer“ einfach nur „unsicher“, haben irrationale „Ängste“, und das, obwohl die Impfung vollkommen sicher sei. Der Diskurs wird vollständig verweigert, Gegenmeinungen ausgeblendet oder abgewertet.

Aber es trifft nicht nur die Kritiker. Von Anfang an wurden die Menschen vom Staat bevormundet. Sie wurden behandelt wie unmündige Kinder, und dementsprechend wurde auch mit ihnen gesprochen. Wie oft hat man uns nicht erklärt, wie man seine Hände richtig wäscht, wohin man zu niesen habe? Kindische Bezeichnungen wie die AHA-Regel wurden uns am laufenden Band um die Ohren geworfen. Den Menschen wurde so von Anfang an ihre Selbstbestimmung abgesprochen und zu einer Masse degradiert, die nur erzogen werden muss.

Doch auch das gab es schon zuvor. Menschen gingen auf die Straße, um gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zu demonstrieren? Emotionsgesteuerte Wutbürger! Proteste gegen G20, G7 und gegen die Wirtschaftspolitik an sich? Die verstehen doch gar nicht, dass Einschnitte, Sparmaßnahmen, Enteignungen der kleinen Leute notwendig sind. Immer wieder werden Gegner der herrschenden Linie auf diese Weise kleingeredet und zu einer Minderheit erklärt.

Kein Widerspruch

Täter emotionalen Missbrauchs flippen aus, wenn das Opfer ihnen widerspricht. Sie nehmen sich dann selbst als Opfer wahr und reagieren mit Wut und Einschüchterungsversuchen. Auch hier eignen sich die unzähligen Demonstrationen als anschauliches Beispiel, bei denen der hochgerüstete Staatsapparat mit aller Gewalt gegen die Demonstrierenden vorging. Darüber hinaus kommt es zu Anklagen gegen Ärzte, die Atteste ausstellen, Hausdurchsuchungen bei diesen ebenso wie bei Richtern, die Entscheidungen fällen, welche der herrschenden Linie widersprechen. Selbst für kleinste Verstöße gegen die Verordnungen werden Bußgelder verhängt und oftmals unverhältnismäßige Gewalt angewendet.

Ein Paradebeispiel für eine Täter-Opfer Umkehr lieferte jüngst der Vorsitzende des Weltärzteverbandes, indem er gar die „Tyrannei der Ungeimpften“ verkündete, und damit denjenigen, die sich einer aggressiven, übergriffigen Politik erwehren, die Täterrolle zuschrieb.

Zudem wird versucht, Kritiker mit einer Welle an Diffamierungen hinwegzufluten. Alles Nazis, Verschwörungsspinner, Rechte, Esoteriker, Schwurbler und so weiter und so fort. All diese Kampfbegriffe werden in den Medien rauf und runter geschrieben, so lange, bis sie sich im kollektiven Gedächtnis der Bürger fest verankert haben und eine Verklammerung mit jeder Kritik an staatlichen Maßnahmen entstanden ist. Gleichzeitig fragen sich dieselben staatlichen Stellen und Medien, woher denn „all die Hetze“ käme, wittern jene „Hetze“ bei jedem noch so geringen Widerspruch.

Zudem seien die Gegner der Maßnahmen, die ausdrücklich für die Wiederherstellung des Grundgesetzes auf die Straße gehen, verfassungsfeindlich und Demokratiefeinde. Hier wird also der verfasste Rechtsstaat auf einmal als Opfer einer Gruppe von Menschen betrachtet, die ganz klar für diesen Staat eintritt, und nicht etwa als Opfer der staatlichen Maßnahmen, durch die das Grundgesetz weitestgehend außer Kraft gesetzt wurde.

Herunterspielen ihres Verhaltens

Täter versuchen ihr Verhalten herunterzuspielen oder Entschuldigungen zu erfinden. Sie streiten damit ihre Täterrolle ab und stellen ihr Handeln als Notwendigkeit dar, die von der Gegenseite vollkommen übertrieben empfunden wird. Auch dieses Verhalten ist hinreichend bekannt. Es sind doch nur ein paar Maßnahmen, nur vorübergehend. Die Grundrechte sind doch nicht aufgehoben, sie sind nur vorübergehend beschränkt. Es sind doch nur ein paar Wochen.

Es ist doch nur die Maske, kein Problem. Nur ein bisschen Abstand, warum so ein Drama? Nur ein kleiner Piks. Na gut, zwei oder drei. Vielleicht auch vier. Aber das ist doch nicht so schlimm. Gibt ja eine Bockwurst gratis dazu. Oder einen Puffbesuch.

Und das Virus zwingt uns dazu. Und die Impfgegner, welche die Pandemie verlängern. Überhaupt ist die Pandemie schuld. Wir würden all das doch nicht tun, wenn nicht die Pandemie wäre. Stellen sich die Maßnahmen hinterher als überzogen und grundrechtswidrig oder die Gefahr als nicht so groß heraus, dann wird auf die Modellrechnungen verwiesen. Wir hatten ja keine Kenntnisse, mussten das Schlimmste vermuten. Dass die Modellrechnungen von Anfang an auf übertriebene Horrorszenarien getrimmt waren, dass Angst und Panik mit Absicht geschürt worden sind, wird dann galant unter den Teppich gekehrt.

Allerdings, auch diese „Alternativlosigkeit“ ist keine neue Erscheinung. Sie ist sozusagen Angela Merkels zweiter Vorname. Alles, was die Regierung den Menschen antat und noch immer tut, ist stets „alternativlos“ und wird auch auf diese Weiser heruntergespielt. Denn wo es keine Alternativen gibt, da macht der Täter sich selbst zum Opfer der Umstände. Man müsste ja geradezu Mitleid haben.

Isolation

Wie emotional missbrauchende Partner versucht auch der Staat, uns von unseren Mitmenschen zu isolieren. Kontaktbeschränkungen und Lockdowns waren nur der Anfang. Die Kommunikation der Propaganda hat eine dauerhafte Spaltung der Gesellschaft herbeigeführt, welche die Isolierung und Trennung der Menschen auf eine ganz und gar freiwillige Basis stellt. Freiwillig war auch die Reduzierung persönlicher Kontakte auf ein Minimum.

Die erfolgreiche Propaganda hat die Menschen dazu gebracht, von sich aus auf die Kontakte zu verzichten. Denn man wollte nicht seine Mitmenschen gefährden, etwas mit nach Hause schleppen und damit Oma und Opa, die Eltern oder die Kinder infizieren, um dann sogar für ihren Tod verantwortlich zu sein. Natürlich, Quarantäne gibt es weiterhin, auch ganz ohne Krankheit. Der nächste Lockdown ist auch nicht ausgeschlossen, und wenn er sich auch nur auf diejenigen beschränkt, die von einer Gentherapie keinen Gebrauch machen wollen.

Unrealistische Erwartungen

Emotional missbrauchende Partner haben unrealistische Erwartungen an die Beziehung. Sie erwarten ständigen Gehorsam und eine Aufopferung für die Beziehung und für sie. Dabei können sie jedoch nie zufrieden sein und kritisieren immer, dass man nicht ihre Erwartungen und Wünsche erfüllt.

Die gleiche Erwartung hat der Staat von seinen Untertanen. Dies wird vor allem in den letzten 19 Monaten deutlich. So wird ein totaler Gehorsam propagiert, die vollkommene Unterwerfung unter die Maßnahmen. Menschen, die das nicht so strikt tun, werden beschimpft und diffamiert. Sie müssen sich ständig rechtfertigen und Gründe für ihr Fehlverhalten darlegen. Du trägst die Maske nicht? Wir wollen ein Attest sehen. Und das meistens nicht sehr freundlich. Du lässt dich nicht impfen? Das wird nur jenen erlaubt, die es aus medizinischen Gründen nicht können. Alle anderen sind Unmenschen, ja geradezu Schädlinge.

Der Staat erwartet, dass Menschen ihre Lebensgrundlage den Coronamaßnahmen opfern, erwartet, dass freiwillig das Recht auf körperliche Selbstbestimmung aufgegeben wird.

Das Gleiche ließ sich aber schon vorher feststellen. Wer arbeitslos ist, muss erst einmal sein gesamtes Erspartes aufbrauchen, bevor der Staat ihm unter die Arme greift. Dann jedoch auch nur, wenn man sich jeder noch so schwachsinnigen Maßnahme unterwirft, ständig zur Verfügung steht, und noch so entwürdigende Jobangebote annimmt. Lebensnotwendige Güter und Leistungen gab und gibt es nur gegen Geld, und Geld gab und gibt es nur gegen Arbeit, so entwürdigend und überflüssig sie auch war. Es wurde und wird die totale Unterwerfung unter ein menschenfeindliches Wirtschaftssystem verlangt, das die Menschen physisch und psychisch zerstört.

Derzeit lässt sich anhand der Impfquote die dauerhafte Unzufriedenheit beobachten. Auch wenn eine Zielquote gar nicht mehr ausgegeben wird und die offizielle Impfquote schon jenseits der 80 Prozent liegen soll, allerdings so genau gar nicht erfasst wird,so genügt das noch lange nicht. Mehr Menschen müssen geimpft werden, dreimal, viermal. Auch wenn die Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass all das überhaupt keinen Effekt und Nutzen hat, sondern vielmehr sogar schädlich ist. Doch für die herrschende Ideologie sollen die Menschen Leib und Leben opfern.

Gaslighting

Zur Manipulation nutzen Täter oft Formen psychischer Gewalt, wie das sogenannte Gaslighting. Das ist eine Manipulationstechnik, mit welcher der Täter die Selbstsicherheit des Opfers vollkommen untergräbt und es dazu bringt, an sich selbst, seinen Erfahrungen und seiner Wahrnehmung zu zweifeln. Dies kann durch Leugnung bestimmter Ereignisse oder deren Inszenierung geschehen. Es kann auch dadurch ergänzt werden, dass Menschen aus dem sozialen Umfeld des Opfers dazu gebracht werden, die Aussagen des Täters zu bestätigen. Diese Manipulationsmethode wird gerade in den jetzigen Zeiten massiv angewendet.

Zwar kennt fast niemand jemanden, der an Covid gestorben ist, dennoch ist das Gefühl der Bedrohung durch diese Krankheit enorm. Gleichzeitig sind es die Kritiker der Maßnahmen, die als feindlich, als Bedrohung wahrgenommen werden. Durch ständigen Wechsel von verwendeten Parametern, Bezugsgrößen und Zahlen wird die Sicherheit und Orientierung der Menschen vollkommen ausgehebelt. Die eigene Wahrnehmung wird der verkündeten Realität der Medien untergeordnet. Auch das ist ein typisches Phänomen bei Opfern von Missbrauch, die ihre eigene Wahrnehmung und Interpretation derjenigen des Täters unterordnen.

Auch die sich immer wieder widersprechenden Aussagen, zum Beispiel zum Thema Masken, Impfung, Gefährlichkeit des Virus, erzeugen eine Scheinrealität, die sich jedoch immer wieder abrupt ändert. Geleugnet wird dabei die geringe Auslastung der Intensivstationen, geleugnet die Nebenwirkungen der Impfung, geleugnet auch, dass es sich um eine ganz normale Krankheit handelt. Schon der Umstand, dass jedes Jahr Menschen an Atemwegsinfektionen sterben, zum Teil sogar sehr viel mehr, als 2020, wird geleugnet. Stattdessen wird durch Hochskalierung nichtssagender Tests eine Pandemie inszeniert, die sich in realen Zahlen gar nicht widerspiegelt. Zudem bringt der Täter — hier der Staat — auch vorgeblich unabhängige Wissenschaftler dazu, seine Aussagen zu bestätigen.

Darüber wird den Aussagen eine Seriosität verliehen, die sie einfach nicht besitzt. Zugleich leugnen die gleichen Akteure, dass es tausende von Wissenschaftlern und Ärzten gibt, die der offiziellen Darstellung widersprechen, somit mitnichten den so oft propagierten „wissenschaftlichen Konsens“. Auch die Verharmlosung der Maßnahmen, wie der Impfung als „kleinen Piks“, stellt eine massive Verzerrung der Wirklichkeit dar, doch wird diese Wahrnehmung von den Opfern des Missbrauchs übernommen, und das eigene Gefühl für körperliche Integrität verleugnet.

Wir können also sehen, dass der Staat agiert wie ein emotional missbrauchender Partner in einer toxischen Beziehung. Trotzdem lassen die Menschen es sich gefallen, unterwerfen sich dem Staat bereitwillig. Woran könnte das liegen?

Kollektives Stockholmsyndrom

Da ist zunächst einmal das Offensichtliche. Auch die Opfer des Missbrauchs trennen sich nicht gleich von ihren Partnern. Denn emotionaler Missbrauch fängt klein an, mit harmlosen Gesten. Zunächst sind die Partner sogar äußerst aufmerksam, machen Geschenke und Versprechungen. Das alles hat der Staat ebenso getan. Sozialversicherung, Hartz IV, Coronahilfe. All das waren, oft vergiftete, Geschenke, um die Menschen in Sicherheit zu wiegen. Die Freiheit wurde dann in kleinen Schritten genommen, mit der Salamitaktik nach und nach beschnitten. Der Begriff Freiheit ist heute viel beschränkter als vor 40, 30 oder auch nur eineinhalb Jahren.

Zudem sind die Opfer des Missbrauchs oft tatsächlich überzeugt davon, der Täter handele zu ihrem Wohl. Immerhin sagt er das ja ständig, und am Anfang ist es ja auch charmant, ständig abgeholt und bis zur Wohnung zurück begleitet zu werden.

Es ist doch ein Zeichen von Zuneigung, wenn der andere sich Sorgen macht und seine Bedenken in Bezug auf bestimmte Dinge oder Personen, mit denen man seine Zeit verbringt, äußert. Doch all das steigert sich bis zur totalen Kontrolle und kompletten Ausweglosigkeit. Diesen Weg hat der Staat längst schon eingeschlagen. Die absolute Kontrolle über die Menschen wird mittels Überwachung und einer zunehmend zentralisierten, digitalen Infrastruktur hergestellt, die möglicherweise in einem bedingten, digitalen Zentralbankengeld mündet.

Zudem scheinen die Menschen in einem kollektiven Stockholmsyndrom gefangen. Bei diesem Syndrom handelt es sich um das Phänomen, dass Opfer einer Geiselnahme Zuneigung für ihre Entführer entwickeln und mit ihnen kooperieren. Das geht so weit, dass sie Angst vor der Polizei entwickeln, die kommt, um sie zu retten. Ähnlich wie bei den Geiseln haben auch die meisten Menschen Zuneigung zum Staat entwickelt, obwohl er sie ständig unterdrückt und überwacht. Gerade in Sachen Corona kooperieren sie gerne, machen sich zum verlängerten Arm der Staatsgewalt, indem sie beispielsweise Menschen, die keine Maske tragen, stellen und verhören oder die Polizei rufen.

Zugleich haben sie eine schreckliche Angst vor allen Kritikern entwickelt. Diese werden als das Böse, als Feinde der Gesellschaft, ja absurderweise sogar als Feinde des Grundgesetzes bezeichnet. Das kulminiert in Verklammerung von Maßnahmenkritik mit Begriffen wie „rechts“ oder „Nazi“. Einlassen dürfen sie sich auf deren Argumente ohnehin nicht, ihnen nicht zuhören, keine Bühne bieten. Es herrscht eine irrationale Angst vor denjenigen, die aufklären, sich der totalen Kontrolle verweigern und sich ihrer erwehren.

Derrick Jensen verglich in seinem Buch „Das Ökomanifest“ die Menschen in modernen Zivilisationen mit Missbrauchsopfern, diese würden, den Erkenntnissen psychologischer Untersuchung zufolge, den engen Bereich an Verhaltensweisen und Bewegungen, der ihnen von Missbrauchstätern gelassen wird, mit einer unglaublichen Hingabe ausgestalten und hier sehr erfinderisch agieren. Ihn überschreiten, das tun sie allerdings niemals. Genau das gleiche lässt sich in diesen Zeiten beobachten. Der Staat mahnt zu social distancing und Kontaktreduzierung? Man denkt sich neue Formen der Begrüßung aus, wie den Gruß mit dem Ellbogen, oder mit den Füßen. Statt direkten Kontakt wählen sie den Weg über digitale Kommunikation.

Die Menschen werden unglaublich erfindungsreich, Surrogate für das zu erfinden, was ihnen genommen wurde, ohne diesen Übergriff des missbrauchenden Staates überhaupt nur infrage zu stellen, oder seine Anweisungen und Regeln zu übertreten.

Die Menschen haben auf staatliche Anweisung eine Paranoia entwickelt, die sie als vollkommen normal erleben.

Was also tun? Wie können wir uns aus der missbräuchlichen Beziehung zum Staat lösen? Einsicht ist hier der erste Schritt. Erst wenn man die Dynamik erkennt, das missbräuchliche Verhalten des Staates durchschaut, kann man sich dagegen wehren. Dies ist jedoch bei der breiten Masse nicht zu erwarten. Sie stellt sich schützend vor den Staat, hat das Narrativ der Sicherheit und Ordnung bereits voll und ganz aufgesogen.

Aufklärung hat nur noch bei den wenigsten einen Nutzen. Diejenigen, die also um die missbräuchliche Beziehung wissen, müssen sich gegenseitig unterstützen, um sich aus ihr zu lösen. Denn auch das ist in solchen Fällen wichtig: die Hilfe und Unterstützung durch andere. So kann sich das Opfer aus dem Verhältnis lösen und anfangen, sich um seine psychische Gesundheit zu bemühen, bis es vielleicht eines Tages den Weg in ein neues, gesünderes Leben findet.

Unterstützen wir uns also gegenseitig dabei, diese Beziehung zum Staat hinter uns zu lassen. Helfen wir anderen Opfern, sich von diesem Missbrauch frei zu machen. So können wir vielleicht eines Tages Frieden finden.

 

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