Offener Brief an die Friedensbewegung

 in FEATURED, Politik

Gemeinsame Sicherheit mit dem Atomwaffenverbot zusammendenken. Das Afghanistan-Desaster stellte für die USA und auch für die Nato eine Zäsur dar, es hat (trotz der neuen Einigkeit über den Umgang mit Russland im Ukraine-Konflikt) einen tiefen Riss innerhalb der Nato hinterlassen) und vor allem die USA spürbar geschwächt. Das Vorpreschen Russlands, jetzt erstaunlich selbstbewusst, Garantien gegen die Nato-Osterweiterung zu verlangen und die Unbekümmertheit Chinas, das eigene Projekt der „Wiedervereinigung des Vaterlandes“ zielstrebig durchziehen zu wollen, sind unbestreitbare Belege für die globale Machtverschiebung zu Ungunsten der Nato. Es wäre allerdings verhängnisvoll, liebe Freundinnen und Freunde, daraus falsche Schlüsse zu ziehen. Mohssen Massarrat

 

Die Nato ist ebenso weit entfernt von einem Zusammenbruch, wie die USA von der Bereitschaft zur nuklearen Abrüstung. Die von Aufrüstung, Kriegen und der US-Hegemonie profitierenden Kräfte, wie der Militärindustrielle Komplex, der fossil-nukleare Energiesektor und die zahlreichen durch Imperialismus und Rassismus sozialisierten Machtzentren dürften auch in Zukunft stark bleiben und mit allen propagandistischen Methoden der psychologischen Kriegsführung in der Lage sein, die Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner auf ihre Seite zu ziehen.

Raus aus der Nato, aber wohin?

Bei der im Oktober 2021 in Frankfurt durchgeführten Afghanistankonferenz habe ich dieses Thema angesprochen. Hier würde ich es gern weiter ausführen. Aus diesem Grund und auch aus zwei weiteren Gründen ist deshalb m.E. die Zeit reif dafür, dass die internationale Friedensbewegung sich neu sortiert: Erstens ist die Idee von „Raus aus der Nato“, ohne eine perspektivisch positive wie realistische Alternative aufzuzeigen, nicht vermittelbar, daher war sie bisher auch nicht mehrheitsfähig.

Inzwischen reagiert sogar ein Teil der Sozialdemokratie auf die Forderung „Raus aus der Nato“ reflexhaft mit dem beinahe religiös anmutenden Mantra vom Bekenntnis zur Nato. Mit der aktuell herrschenden Politik der Nato und ihrer unbestreitbar konfrontativ-hegemonialen Sicherheitsstrategie, deren einziger Zweck darin besteht, die Lebensweise einer kleinen globalen und sündhaft reichen Minderheit für weitere Jahrzehnte zu sichern, ist weder Frieden noch Klimaschutz und erst recht keine
Gerechtigkeit zu machen. Und dennoch ist eine Zukunft ohne Atomwaffen, ohne die Nato und ohne eine militärisch basierte Sicherheitspolitik durchaus nicht alternativlos: Eine solche und für das friedliche Zusammenleben der Völker glaubwürdige Alternative ist das Konzept der Gemeinsamen Sicherheit. Dieses Konzept beruht auf der Kooperation und auf einem Verständnis, das die Sicherheit
jedes Landes strukturell an die Sicherheit des anderen Landes koppelt. Diese seit der deutschen Ostpolitik unter Willy Brandt und Egon Bahr längst bekannte Friedensidee müsste im Grunde nicht nur
für Europa mit Russland, sondern auch für Asien mit China, für den Mittleren Osten mit Iran und Israel sowie für alle anderen Weltregionen m.E. das Friedensthema ersten Ranges sein, das in den letzten Dekaden durch die aggressive Kriegspolitik der US-Neokonservativen gezielt ins Hintertreffen getrieben wurde. Die für Februar 2022 geplante Strategiekonferenz der deutschen Friedensbewegung mit dem Schwerpunktthema „Gemeinsame Sicherheit“ ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Blick über den
europäischen Tellerrand in Richtung Asien und nicht zuletzt auch in den Mittleren Osten hätte der Konferenz allerdings gut gestanden.

Immerhin arbeiten aus dem Kreis der deutschen Friedensbewegung einige seit längerem an der Konzeption einer Konferenz für Kooperation und gemeinsame Sicherheit im Mittleren und Nahen Osten (KSZMNO) und das durchaus erfolgreich. Die iranische Regierung hat sich beispielsweise inzwischen dem zentralen Gedanken dieser Initiative angenähert und 2019 die Persischen Golfanrainerstaaten zu einer gemeinsamen Initiative für Kooperation und Sicherheit, und insbesondere zum Schutz freier Schifffahrt (Hormuz Peace Endeavour), aufgerufen, die sich gegenwärtig auch im Vorbereitungsstadium befindet.

Ein Fenster der Hoffnung für den UN-Atomwaffen-Verbotsvertrag

Zweitens darf der seit Januar 2021 in Kraft getretene und inzwischen von fast 150 Staaten unterzeichnete Atomwaffen Verbotsvertrag und die das Projekt vorantreibende grandiose Bewegung nicht ins Hintertreffen geraten, weil sich die fünf Atomstaaten USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich und die US-Verbündeten in der Nato beharrlich weigern, den Wunsch der Völker für eine
nuklearfreie Welt zur Kenntnis zu nehmen. Deshalb müsste eine Perspektive durchdacht und durchdekliniert werden, die geeignet ist, die Atommächte für nukleare Abrüstung zu sensibilisieren. Die USA – und in ihrem Schlepptau Israel – wären, allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, wenn überhaupt, die letzten, die bereit wären, ihre Nuklearmacht und damit jene darauf beruhende Hegemonialmacht freiwillig zur Disposition zu stellen. Russland und die Volksrepublik China, beide Staaten als Befürworter von Gemeinsamer Sicherheit und große Gewinner einer nuklearfreien Welt wären dagegen für die Perspektive der nuklearen Abrüstung deshalb geradezu prädestiniert.

Tatsächlich ist eine Gemeinsame Sicherheit für Russland und China mit ihren westlichen Nachbarstaaten überhaupt nur denkbar, wenn diese Nuklearmächte bei den Verhandlungen für die Schaffung einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur ihre Bereitschaft zur nuklearen Abrüstung glaubwürdig unter Beweis stellen würden. Denn kein westliches Land, weder in Europa, noch in Asien, wäre bereit, sich ohne die perspektivische Überwindung ihrer nuklearen Überlegenheit mit diesen Staaten auf eine gemeinsame Sicherheit einzulassen. Je weiter die Perspektive einer Gemeinsamen Sicherheitsarchitektur in Europa mit Russland und in Asien zwischen Japan, Südkorea sowie anderen westlich orientierten Staaten Asiens mit China voranschreitet, desto höher steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die mächtigen nuklearen und hegemonialen Befürworter in den USA die politische Legitimation für ihre ohnehin perspektivlose wie zerstörerische Politik verlieren und daher gezwungen werden, sich ebenfalls auf nukleare Abrüstung
einzulassen.

So gesehen öffnet die Gemeinsame Sicherheit also ein Fenster für nukleare Abrüstung, und sie ist daher auch ein Schlüssel zu Sicherheit neu Denken. Des Weiteren stellt gemeinsame Sicherheit übrigens die
Nato vor die größte Herausforderung und ist auch die friedenpolitische Antwort auf dieses aggressive Militärbündnis. Vor dem Hintergrund der obigen Analyse beider Projekte und deren systemsprengende Wechselwirkung sind Gemeinsame Sicherheit und Atomwaffenverbot notwendigerweise zusammen zu denken. Es wäre daher zu überlegen, zeitnah in Deutschland eine größere Konferenz zu organisieren, um gemeinsam die Details einer solchen Perspektive zusammen mit den relevanten Befürwortern beider Konzepte der gemeinsamen Sicherheit und der Initiative Atomwaffen-Verbotsvertrag, sowie mit Experten aus Russland, China, Iran, Israel und anderen betroffenen Staaten zu beraten.

Showing 6 comments
  • Gertrud Majakowski-Schlei
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    Auweia, da ist Herrn Massarat, dem ehemaligen Dozenten der „Heinrich-Böll-Stiftung“ aber möglicherweise ein dicker Schnitzer passiert, in seinem Text. Er sprich tatsächlich von „Amerikanern und Amerikannerinnen“,verzichtet auf die Kennzeichnung  „US-“ davor,  und diskriminiert auf diese Art und  Weise mal eben Millionen von Kubannerinnen und Kubanern,  Lateinamerikanerinnen und Lateinamerikanern. Venceremos!
    • Ulrike Spurgat
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      Danke, mit einem Venceremos.  Wobei ich sofort an den faschistischen blutigen Putsch von 1973 in Chile denke: an Salvator Allende, Victor Jara, und an den unvergessenen Pablo Neruda. An die tiefen Wunden – noch heute im Volk sichtbar – , denn die Suche nach vermissten Angehörigen hat nie aufgehört.

      Mit Pinochet dem faschistische Schlächter der den frei gewählten Präsidenten Chiles, Salvator Allende mit der Unterstützung der CIA hat ermorden lassen begann eine Schreckensherrschaft mit der Unterstützung der damaligen deutschen Bundesregierung. Pfui Teufel !

      Tausende Chilenen wurden politisch verfolgt, gefoltert, verschleppt und bestialisch ermordet.

  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    Vielleicht sollte es eine Ewähnung Wert sein, dass die NATO das aggressivste Militärbündnis aller Zeiten ist. Dabei ist es ist wurst ob die Forderung Raus aus der NATO zum derzeitigen historischen  Zeitpunkt zu realisieren ist.

    Die Forderung Raus aus der Nato ist und muss eine politische Forderung bleiben, denn sie ist enstanden aus den gesellschaftlichen Verhältnissen nach Faschismus und Krieg , und hat von daher eine zentrale Bedeutung die NIE zur Disposition stehen darf, weil als eine Mahnung für die Ewigkeit.

    Wo kommt man denn dahin, wenn man das heiße und glühende Friedensherz zum kalten Herz werden lässt, dass  diesen irren Rüstungsanbetern , Waffenschiebern und Lobbyisten in die blutigen Hände spielt. Lange rasseln die Säbel an den Grenzen Rußlands. Wahrscheinlich haben die Russen bis heute nicht begriffen, dass die NATO bestimmt wer Leben darf oder wer Sterben muss. Die Nato gegründet 1949, und der Warschauer Pakt hat jedoch erst sechs Jahre später (1955) nachgelegt. 

    1958 war der erste Ostermarsch von Pastor Martin Niemöller aktiv aus der Taufe gehoben und somit waren die Ostermärsche, die in den sechziger und auch in den seibziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, Hunderttausende Menschen auf die Straßen der Republik getrieben geboren aus der brennenden Notwendigkeit heraus weitere Krieg zu verhindern., denn der 8./9. Mai 1945 war da noch allgegenwärtig in den Herzen und Köpfen vieler Menschen.

    Man darf die mörderische und mordende NATO mit ihre devoten Helferlein in vielen Ländern niemals unterschätzen. Die USA verlieren an Einfluss in der Welt sind arm wie die Kirchenmäuse. Denen ist es doch egal wieviele Menschen bei ihren Raubzügen über die Klinge gehen. Die Mentalität der Mickey mouse über den Menschen und auch dem Völkerrecht zu stehen macht diese kriminelle Bande brandgefährlich selbst dann wenn sie die Diplomatie in die Tonne hauen geht es immer um die Interessen der herrschenden Klasse.

    Einige wenige Passagen eines Briefes des USA- Faschisten Mitt Romney auf einer seiner Wahlveranstaltungen für das Amt des Präsidenten von 2012. Ein Atemzug in der Geschichte, die Variante des Dulles Plan zur Vernichtung Rußlands:

    „…..Dieses wilde Land unter Leitung seines ständigen Präsidenten Putins , stellt nicht nur für die USA eine Bedrohung dar. Rußland ist eine Gefahr für die ganze Menschheit.

    ……..Unsere Aufgabe ist es Rußland zu zwingen, sich von innen zu zerfressen, die Wirren und die Zwietracht zur Gesellschaft dieses Landes beitragend. (Auf Nawalny bezogen….) Das was heute mit Herrn Nawalny nicht gelang, das wird Morgen mit vielen Tausenden solcher Leute wie er machen.

    Und weiter:

    Wir werden die Russen zwingen, zu den Waffen zu greifen. Wir werden die Tschetschenen , die Tataren, die Baschkiren, die Dagestaner gegen die Russen aufbringen. Wir sind verpflichtet, sie zu wingen, gegeneinander zu kämpfen usw….

    Jetzt aber kommt ungeheurliches:

    Und wenn nichts von dem Obengenannten ansprechen wird, bleibt uns nichts anderes übrig, als diesem Land einen schnellen und siegreichen Krieg zu erklären.

    Schnell, weil nachdem drei Monate den Kauf von Gas und das Erdöl bei diesem Land einstellen, die Regierung Putins nichts mehr hat, um das Gehalt der Mlitärs zu bezahlen. Und wenn wir unsere TRUPPEN in dieses Land einbringen werden, hat man niemanden mehr, um es zu schützen. Weil wir bei den Russen lange den Geist des Patriotismus vernichtet haben,  sie in eine Nation böser, kleinlicher und neidischer Unmenschen verwandelt haben. Wir haben sie gezwungen, ihr Land zu hassen, einander zu hassen, die eigene Nation zu hassen. Es gibt keine Russen mehr, wir haben sie zerstört.

    Wir haben die UDSSR zerstört, und wir werden auch Rußland zerstören.“

    Es bedarf keiner Worte mehr, außer ein laut und deutliches: RAUS aus der NATO und NIE WIEDER FASCHISMUS und KRIEG!

     

     

    Die Friedensbewegung muss endlich wieder bewegt sein und vielleicht auch werden. Frieden ist nicht verhandelbar, weil er die Gesellschaften, die Völker die ganze Menschheit betrifft.

    Wem nützt die Au

  • Ulrike Spurgat
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    Frieden und nochmals Frieden ist das ist was mich mein Leben lang umtreibt !

    Wir lesen und schreiben nun im dritten Jahr über Corona hin und Corona her. Corona verfängt in einer jedweder Beziehung, und der größte Teil einer mehr und mehr verblödeten Bevölkerung tut was die herrschende Klasse von ihr verlangt

    Man beißt sich an Zahlen fest, obwohl man weiß, dass es überhaupt keine verlässlichen Zahlen gibt die eine seriöse Grundlage bieten können.

    Währenddessen teilt man die Welt zum dritten Mal auf, und Deutschland will endlich seinen „Platz an der Sonne“ und nicht wieder zu spät kommen, denn die Hohenzollern klagen immer noch vor Gericht, dass sie ihren Besitz erworben auf Volkes Blut und Knochen nach der berechtigten Enteignung in der DDR zurück bekommen bzw „entschädigt“ werden. Wofür denn eigentlich… , wo doch Familienmitglieder aktiv die NSDAP untersützt haben, und gesetzlich ja angeblich es ja so sein soll, dass wenn man den Faschismus unterstützt hat man sich die Nase wischen kann…

    Es gibt aus meiner Sicht nichts wichtigeres als den Frieden mit Rußland und allen Völkern in der Welt. Die NATO hat nun endlich den langersehnten Grund in die Welt transportieren können, dass sie eine Rechtfertigung für ihre Truppen in einigen der östlichen Ländern mit deren Unterstützung finden konnte. Aus der Geschichte heraus lässt sich erklären, dass die Anbindung der östlichen Länder  stärker an die USA als an die EU ist.

    Gesundheitsfragen sind Teil der sozialen Frage, und die soziale Frage geht nur mit der Frage Krieg und Frieden zusammen.

    Sie werden es wieder tun wenn sich eine Gelegenheit bietet. Nur ist es aber so, dass wir die in der Mitte Europas leben, und auf einem Pulverfass sitzen, und nicht die Amis. Die überfallen Länder, klauen, plündern und ermorden, sind aber selbst nie betroffen, denn die dreckige Blutsuppe dürfen und müssen andere auslöffen. Sie sind die von „Gott gegebenen“ Herrscher dieser Welt, und wer sich ihnen in den Weg stellt muss mit allem rechnen was wie man heute so schön sagt ihr mörderischer „Instrumentenkasten“ mit all seinen Folterwerkzeugen hergibt.

    Die „Fiedensfürsten“ wo der Kriegsverbrecher Obama mit dem Friedennobelpreis nach Hause gehen konnte zeigt das irre und verdrehte Denken der Herrschenden.

    Butter bei die Fische sagt man im Norden der Republik:

    Rußland wird seit Jahrzehnten gepiesakt mit Nadelstichen, mit ekelerregenden Sanktionen, wie auch Venezuele, Kuba sowieso und jedes Land, jeder Staat der sich den Amis nicht unterwerfen will da werden die unmenschlichsten Sanktionen  sind immer gegen das Volk gerichtet. Und denen die diese Sanktionen verhängen ist glasklar, dass sie in Kauf nehmen, dass z.B. lebensrettende Medikamente nicht zur Verfügung stehen und Menschen sterben können. Für das und für vieles mehr sind all die „Friedenstauben“ unterwegs.

    Die Busenfreundin von Fischer dem Grünen Politiker in der Bundesregierung Schröder die ehemalige Außenministerin Albright der USA die stark an die „eiserne Lady“ Thatcher erinnert hat in einem Interview unumwunden erklärt, dass der Einmarsch „unter falscher Flagge“ in den Irak die Tausenden ermordeter Kinder rechtfertigt. Was für eine widerwärtige und ekelerregende Person.

    Eine Weltmacht sind die USA, die von ein paar Hundert Verbrecher nur auf Grundlage von Völkermord und einer unfassbaren Staatsverschuldung am Leben erhalten wird. (Rockefeller, Rothschild, Brezinski, Clinton, Obama und der vor einiger Zeit verstorbene Kissinger um nur einige zu nennen)

    Über zwanzig Staatsstreiche und Militärputsche und ausländische Interventionen.

    Beginnend mit dem Putsch von General Rojas Pinilla 1953 in Kolumbien und dem Sturz von Präsident Jacobo Arbenz 1954 in Guatemala und endete bisher mit dem Putsch gegen Präsident Fernando Lug0 am 22. Juni 2012 in Paraguay.

    Bei diesen Verbrechen gegen die Völker Lateinamerikas wurden über einer Million Menschen getötet. Bürgerkriege und rektionärer Staatsterror haben mehrere Millionen Lateinamerikaner zu Kriegsflüchtlingen gemacht oder ins Exil getrieben.

    Die Aufstellung über Opfer  der Militätinterventionen und Putsche basiert hinsichtlich der Verifizierbarkeit der Zahlen auf unterschiedlichen Quellen und Erfassungssystematiken verschiedener Länder:

    Chronologie der Militärinterventionen und Putsche nach 1945:

    ° Kolumbien: 1953 (Putsch durch General Rojas Pinilla) bis heute: 6.800.000 Kriegsopfer, davon 950.000 Morde, Entführungen und Vergewaltigungen

    ° Paraguay: Mai 1954: Putsch durch General A. Stroesser: 50.000 Tote; bei 19.882 Verhaftungen, 18.772 Gefolterte, 30.000 Verschwundene, 400.000Vertriebene

    ° Guatemala: 1954 (Sturz der Regierung Jacobo Arbenz), bis 1966: 200.000 Tote, 45.000 Verschwundene, 1.000.000 Vertriebene

    ° Kuba: April 1961 (Invasion Schweinebucht) bis heute: 3.700 Tote, 1,4 Milliarden US Embargo Verluste

    ° Brasilien: März 1964 (Putsch unter General Castelli Branco) bis 1985: 83.000 Tote, 2.000 Verschwundene, 20.000 Gefolterte

    ° Bolivien: Putsch 1980: 500 Tote, 4.000 Verhaftete

    ° Dominikanische Republik: April 1965 (Militärintervention der USA)  4.000 Tote

    ° Uruguay: 1973 (Putsch) bis 1985 11.700 Tote, 164 Verschwundene

    ° Chile: 11. September 1973 (Putsch, CIA, Pinochet) bis 1990: 2.100 Tote, 1.100 Verschwundene, 200.000 Verhaftete, 100.000 Gefolterte, 400.000 Exilierte

    ° Argentinien: 24.März 1976 (Putsch) bis 1982: 30.000 Tote und Verschwundene….., es folgen El Salvador, Nicaragua, Peru, Grenada, Panama, Venezuela, Bolivien, Honduras, der versuchte Putsch  am 30. September 2010 in Ecuador und der am 2. Juni 2012 Staatstreich in Paraguay wo keine Zahlen bekannt sind. Anmerkung: „keine Zahlen“ sind nur auf Paraguay zu verstehen).

    Zu jedem der Putsche und der Staatstreiche sind Seiten füllendes zu schreiben mit dem Blut der ermordeten, gefolterten und gequälten Menschen geschrieben.

    Und heute weigert sich die USA weder Rußland noch China üerhaupt zuzuhören…An dümmlicher Arroganz ist das kaum noch zu überbieten.

    Rußland will die USA zwingen die UN-Charta zu respektieren und über ihren Friedensvorschlag zu diskutieren, dass die USA in gewohnter Weise vom Tisch fegt.

    Rußland lag dreimal am Boden und ist wieder aufgestanden und heute selbstbewusster denn je, und das ist gut so. Es geht in meinem Beitrag weder um die zu kritisierende russische Politk in der sozialen Frage, noch um die Oligarchen, vor die sich Präsident Putin stellt, sondern darum, dass alle Völker in der Welt das verdammte Recht auf Frieden haben, und dafür haben die Regierungen uneingeschränkt verschiedener Systeme zu sorgen, dass ist ihre Pflicht und Verpflichtung, insbesondere Deutschland von dessen Boden zwei Weltkriege ausgegangen sind.

    „Wenn sich das internationale Kapital durch gegenseitige Konkurrenz bedroht fühlt, und wenn die Schlotbarone und Fabrikbesitzer unter sich in Streit geraten, dann rasseln sie mit Säbeln und mit Sporen, dann rufen sie: „Das Vaterland ist in Gefahr!“ (Gemeint ist mit Vaterland stets der Geldsack!)

    Und sonderbar: die Arbeitssklaven aller Länder  lassen Pflug und Amboß stehen, eilen zu den Waffen, und schützen Gut und Leben ihrer Herren, mit ihrem eignen Blut und Leben.

    …..Doch sag ich auch zu jenen bürgerlichen Pazifisten, die nur mit Hände streicheln, mit Teegebäck und frommem Augenaufschlag Kriege zu bekämpfen suchen:

    „Kämpft gegen den Kapitalismus – und ihr kämpft gegen JEDEN Krieg!“

    Das Schlachtfeld in Fabriken und in den Gruben, den Heldentod in Siechenhäusern, dass Massengrab in Mietskasernen, kurzum: den scheinbar ewigen Krieg der Ausgebeuteten gegen die Ausbeuter!

    Entnommen und man bedenke, dass von Ernst Friedrich verfasste Buch „Krieg dem Kriege“ von 1924 unter dem grauenvollen Eindruck des ersten Weltkrieges von 1914 – 1918 aufgeschrieben wurde. Ein Zeugnis und ein radikales Bekenntnis zum Frieden und gegen den Kapitalismus.

    Ernst Friedrich einer der „Vergessenen“ Radikal Anarchisten dessen Leben und sein Kampf mich eine längere Zeit beschäftigen darf nicht vergessen werden. Deswegen erinnere ich hier an dieser Stelle an diesen außergewöhnlichen Mann der es wagte in einer Zeit das elementare Tabu zu brechen und einfach die traumatische Dimension eines jeden Krieges ohne Rücksicht auf Verluste öffentlich zu machen. Bedauerlich, dass Ernst Friedrich dessen kleines Anti Kriegs-Museum ich vor einiger Zeit in einer der vielen Nebenstraßen Berlins aufgesucht habe und dort viele Stunden im Gespräch mit einem Beschützer und Erhalter dem Erbe Ernst Friedrichs sprechen konnte. Ein gutes Gespräch mit Kaffee und Kuchen, und voll beladen mit der Literatur von Ernst Friedrich bin ich dann wieder von dannen gezogen.

    Merkwürdigerweise wird Ernst Friedrich in der heutigen Fachliteratur zum Pazifismus in der Weimarer Republik nur ganz am Rande oder garnicht erwähnt, und im großen „Biografischen Lexikon zur Weimarer Republik“ fehlt sein Name ganz.

    „Die Photographien der Schlachtfelder, die Photographien der Kriegsverstümmelten gehören zu den fürchterlichsten Dokumenten, die mir jemals unter die Augen gekommen sind.“ Kurt Tucholsky

     

     

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  • ak
    Antworten

    Nur ist es aber so, dass wir die in der Mitte Europas leben, und auf einem Pulverfass sitzen, und nicht die Amis. Die überfallen Länder, klauen, plündern und ermorden, sind aber selbst nie betroffen,…

    Das stimmt nur teilweise, denn sehr viele Amis sind der Kriege müde. Sie sind müde, dass SoldatInnen in Kriegen verheizt werden, sie sind müde ein so schlimmes Ansehen in der Welt zu haben, sie sind insbesondere müde, dass Milliarden und Abermilliarden in Rüstung fließen, während so viele in Armut leben, und kaum genug zu essen haben.

    Und einige sind auch aktiv dabei, die schlimmste aller Waffen, die Atombomben endlich auch in Büchel abzuschaffen. John la Forge, Susan Crane…sitzen stundenlang in den Prozessen wegen zivilen Ungehorsams in Cochem und Koblenz. Wenn von „den Amis“ die Rede ist, muss ich widersprechen, denn ich kenne sie durchaus anders. Als Obama Syrien mit Bomben drohte gab es eine mächtige Kampagne „No to war, not in my name“. Leider schafft Corinna es auch in dieser Hinsicht dass dieses lebenswichtige Thema in den Hintergrund getreten worden ist.

    Das Pulverfass schafft sich Deutschland durchaus auch selbst und freiwillig, da in der EU tonangebend und Speerspitze der NATO.

    • Ulrike Spurgat
      Antworten
      Klarstellung:

      Grundsätzlich spreche ich von der Herrschenden Klasse in den USA.  In dem Beitrag auch sehr klar zu erkennen. Dennoch ist der Hinweis richtig. Der Beitrag für den Frieden, ob Büchel, Ramstein oder all dier friedensbewegten Menschen sollte hier nicht geschmälert werden. Priorität hat aber in diesem Beitrag:  Kapitalismuskritik und die missachtende Politik der Herrschenden Klasse in den USA und in jedem anderen Land die den Frieden vernachlässigen.

      Beste Grüße und viel Erfolg weiterhin, Ulrike

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