Beiträge von Roland Rottenfusser

Finger weg von unseren Kindern!

Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist unter Unionspolitikern und in der Presse ernsthaft im Gespräch. Wer davon verschont bleibt, soll wenigstens ein Jahr lang im sozialen Sektor „Deutschland dienen“. Zumindest für letzteres haben viele Menschen Sympathie. Was wäre zum Beispiel gegen mehr Engagement in der Altenpflege einzuwenden? Leider zeigen sich aber auch hier bedenkliche Entwicklungen: eine aufdringliche Dominanz „rechter Themen“, ein zunehmend autoritäres Staatsverständnis und die Umkehr des Prinzips, dass die Institutionen den Bürgern zu dienen haben, von denen sie eingesetzt und bezahlt werden. Das Militär würde junge Menschen beim Erwachsenwerden wieder mit Demütigungen begleiten. Sozialdienste würden ein Heer an Billigarbeitskräften schaffen, und die Verantwortlichen könnten das Dauerproblem Pflegenotstand wieder einmal vertagen. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Die neue Wirklichkeit

Warum wir wieder politische Utopien brauchen. „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, ist ein häufig zitiertes Bonmot des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wer keine Visionen hat, sollte zum Arzt gehen, denn es fehlt ihm etwa, das wesentlich zum menschlichen Potenzial gehört. Das schlechte Image der Utopien und Visionen in den letzten Jahrzehnten hat bewirkt, dass sich fast niemand mehr welche zu spinnen traute. Die Folge ist nun, dass das Alte in seinen Sterbeprozess eingetreten ist, bevor sich das Neue in etwas konkreterer Form am Horizont abzeichnen. Wir müssten praktisch in den Fluss springen, ohne das gegenüberliegende Ufer zu sehen. Das kostet Mut. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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SPD – Kompromisspartei für Anspruchslose

Wer noch den Namen „Schulz“ im Ohr hat, muss sich wenigstens kaum umgewöhnen.

Als „gefühlter Sieger“ im Asylstreit mit (und zwischen) den Unionsparteien wurde die SPD von Teilen der Presse gefeiert. Ebenso oft wurde Horst Seehofer als „Verlierer“ abgekanzelt, verspottet und zum Rücktritt aufgefordert. Diese auf Personen fokussierte Königsdramen-Dramaturgie verschleiert jedoch, dass Europa in den letzten Wochen – wieder einmal – einen Riesenschritt in Richtung Flüchtlingsbekämpfung und Hilfevermeidung gemacht hat. Würden die „Sozialdemokraten“ wenigstens versuchen, das Land halb so penetrant in eine soziale und humane Richtung zu ziehen, wie es von der CSU derzeit in die Gegenrichtung gedrückt wird – es wäre einiges gewonnen. Aber die SPD begnügt sich. Und auch wenn sich immer weniger Menschen mit ihr begnügen wollen, ist eine realistische Machtalternative derzeit noch in weiter Ferne. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Geeint in die Barbarei

Die Union hat sich „zusammengerauft“ – der eigentliche Verlierer beim Unions-Sommertheater ist die Humanität. Erleichtertes Aufatmen in Deutschland: Die Unionsschwestern bleiben zusammen – und Geflüchtete werden künftig in Internierungslagern konzentriert. Das unerträgliche Hickhack der letzte Tage und Wochen beweist vor allem eines: Eine Clique entschlossener Akteure vermag es, der Republik durch Penetranz, Erpressung und Theaterdonner ihren Willen aufzuzwingen. Oder wollte auch Merkel schon lange den Rechtsruck? Eine „gesamteuropäische Lösung“ jedenfalls ist gefunden: Ganz Europa tanzt jetzt nach der Melodie rechter Scharfmacher und entsorgt seinen humanen Wertekanon auf dem Müllhaufen der Geschichte. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Die Arroganz der Unmenschlichkeit

Wehren wir uns endlich gegen die Seehoferisierung Deutschlands! „Heute gehört uns Bayern, morgen die ganze Welt.“ Die Anführer eines von 16 Landesverbänden der Union demütigen die gewählte Kanzlerin und treiben das Land in der Flüchtlingsfrage vor sich her – im Verein mit ihrer eigentlichen „Schwesterpartei“, der AfD. In maßloser Selbstüberschätzung fordert Seehofer nun auch noch, ganz Europa solle sich an die CSU-Doktrin einer harten Linie gegen Zuwanderer anpassen. Wie lange lässt sich Merkel, wie lange lassen wir alle uns das noch gefallen? Wer eine menschlichere Flüchtlingspolitik wünscht, hat es nicht nötig, vor den Hardlinern zu kuschen. Nicht nur die Humanität ist auf seiner Seite, auch viele schlagkräftige Argumente. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Armenbeschimpfung (2)

Saw III oder Hartz IV – es geht darum, sein Leben zu verdienen.

Armut ist sexy – nur in Berlin. In Fernsehen und Presse findet das Thema zunehmend Gehör und wird in prominent besetzten Talkrunden ausdiskutiert. Sicher ging es den Betroffenen hinterher besser – oder? Große Teile der Medienlandschaft fahren im Moment eine Doppelstrategie: Einerseits: „Wir sind sozial total bewusst und Euer Schicksal kümmert uns“. Andererseits: „Ihr müsst aber schon auch was tun. Ihr müsst arbeiten wollen. Und wenn Ihr ehrlich seid: so schlimm ist Hartz IV auch wieder nicht.“ (Lesen hierzu auch den Artikel „Armenbeschimpfung, Teil 1“) (mehr …)

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Armenbeschimpfung

Systemmedien liefern die ideologische Begleitmusik zum Sozialabbau. Lange war das Menschenverelendungsprogramm Hartz IV als Säule unseres „Sozialsystems“ unangefochten. Doch in den letzten Jahren bröckelt die Zustimmung ausgerechnet bei jener Partei, die das Kind seinerzeit aus der Taufe gehoben hatte. Die SPD zündelt mit dem Vorschlag eines „solidarischen Grundeinkommens“, und 28 Prozent der Delegierten wollten unlängst eine Frau zur Vorsitzenden, die gegen Hartz IV ist. Bei solchem Teufelswerk werden die Profiteure dieses Projekts nervös. Sie fürchten um ein lieb gewordenes Disziplinierungsinstrument, das nicht nur Betroffene wirksam einschüchtert, sondern auch Arbeitende in ständiger Angst vor Arbeitslosigkeit hält. Die Systemmedien parieren diesen Angriff auf den Repressionsbesitzstand der neoliberalen Ära mit einer Doppelstrategie: 1. das Thema aufgreifen und sich unheimlich sozial geben, 2. die Verantwortung dann doch wieder auf Arbeitslose abwälzen, denn: „Es kommt darauf an, was du daraus machst.“ (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Faires Arbeiten – was ist das?

Erschöpfung am Arbeitsplatz ist weit verbreitet

Jeder sollte arbeiten (können) – dafür aber weniger Stunden. Zwischen dem „Recht auf Faulheit“ und der Überforderung durch Arbeitszwang wäre ein gesunder Mittelweg wünschenswert. Der Kapitalismus setzt aber lieber auf eine gedemütige Minderheit von Arbeitslosen und eine Mehrheit oft überforderter „Malocher“ mit Absturzängsten. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Eine bayerische Überwachungsmaßnahme

Filmszene aus „Das Leben der Anderen“

„Bayern muss sauber bleiben“, heißt es schon in Konstantin Weckers Lied „Bayernpower“. Noch geht es im größten Flächenstaat überwiegend gesittet zu – der längsten Einparteienherrschaft auf deutschem Boden (noch vor der SED-Regentschaft im Osten) sei Dank. Aber wird das auch so bleiben? Und die noch brennendere Frage: Sollte man eine zu befürchtende Erosion bayerisch-christlicher Werte erst dann bekämpfen, wenn das Desaster schon weit fortgeschritten ist? Bayerns dynamische neue Regierung setzt auf präventive sicherheitserzwingende Maßnahmen. Überall lauernde Gefährder müssen dingfest gemacht werden, lange bevor sie selbst auch nur ahnen, welche Gefahr von ihnen ausgeht… (Satirischer Sketch von Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Wozu sind Kriege da?

Patronenhülsen im Film „Lord of War“

Die derzeitige Spannungspolitik braucht einen wehrhaften Pazifismus als Antwort. Warum können die nicht endlich mal Ruhe geben?“ Man rauft sich die Haare, wenn man die aktuellen Nachrichten verfolgt, zuletzt über den Raketenangriff der „Westalliierten“ auf Ziele in Syrien. Da wird jedes fragwürdige, unbewiesene Detail aufgebauscht, um buchstäblich um jeden Preis Spannungspolitik zu betreiben. Mit Syrien, mit Nordkorea, mit dem Iran – mit Russland, dem vertrauten Feind, ohnehin. Als Bürger werden wir so ständig in einem Zustand ängstlicher Anspannung gehalten. Wer würde in einer derartig gefährlichen Welt die Regierung nicht anflehen, im Interesse unserer Sicherheit die Rüstungsausgaben zu erhöhen? Man braucht eine gewisse Zeit, um zu merken, dass das Ganze System hat. Wir leben eben nicht zufällig gerade jetzt in einer besonders „schwierigen“ Zeit, in der sich die Bedrohungen häufen. Solange dieser politisch-militärisch-industrielle Komplex mit seinen Unterstützermedien regiert, wird und muss es Kriege geben – immer. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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