Beiträge von Roland Rottenfusser

Die 9 Sargnägel der Demokratie

Die repräsentative Demokratie in der ursprünglich intendierten Form ist gescheitert, wenn die Repräsentanten das „demos“ (Volk) nicht mehr repräsentieren, sondern es zur Unterwerfung unter die Interessen einer dritten Kraft aus dem Wirtschafts- und Finanzsektor zwingen. Natürlich sagt niemand offen: „Wir schaffen jetzt die Demokratie ab.“ Die Menschen dürfen noch immer wählen, was sie wollen, solange sie nur das denken können, was sie sollen. Die Hauptaufgabe „demokratisch gewählter“ Politikern besteht in einem solchen System paradoxerweise im Demokratieabbau, also in der Begrenzung demokratischer Volksmacht auf das für die Finanzoligarchie Unschädliche. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Wahrhaftiges, zeitkritisches Theater muss leben können!

Das Metropoltheater, München

Das renommierte Metropoltheater in München, das demnächst wieder eine ergreifende Produktion über Flüchtlingsschicksale auf die Bühne bringt, leidet an seiner knappen finanziellen Ausstattung. Ist solches Theater am Puls der Zeit den Stadt- und LandespolitikerInnen vielleicht zu unbequem? Konstantin Wecker und Roland Rottenfußer bitten um Unterstützung eines Appells des Metropol-Fördervereins. (mehr …)

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Ist es in Ordnung, dass jemand regiert?

Alfons der Viertelvorzwölfte

Anarchische Gedanken über das Verhältnis von Staat und Individuum. „Fast ein jeder verlangt leidenschaftlich danach, über wenigstens einen einzigen seiner Brüder zu herrschen. Darin liegt das Unheil“, heißt es in Tschingis Aitmatows Roman „Der Richtplatz“.Wir werden von unserem ersten Atemzug an regiert, ob wir das wollen oder nicht. Dabei ist es verständlich, dass Herrschende Gehorsam und Unterordnung gut finden; dass aber auch die meisten Beherrschten es in Ordnung finden, dass jemand regiert, ist vielleicht der phänomenaler Erfolg einer jahrhundertealten Propaganda. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Bitte schalten Sie uns nicht ab, Herr de Maizière!

Kotau,China

Ein journalistischer Kotau. Innenminister Thomas de Maizière hat die Webseite „Indymedia linksunten“ verboten. Die Seite sei die bedeutendste Plattform für gewaltbereite Linksextremisten in Deutschland, hatte der Minister seine Entscheidung begründet. Nun geht die Angst um unter jenen Magazinen, die sich einer selbsternannten „Gegenöffentlichkeit“ zurechnen. Wer wird der oder die nächste sein? „Heiliger Sankt Thomas“, ist man versucht zu flehen, „verschon meine Seite, schalt die andere ab.“ „Hinter den Schlagzeilen“ will jedenfalls auf Nummer Sicher gehen. Roland Rottenfußer verspricht dem Minister präventiv und flehentlich vollständige Unterwerfung. (mehr …)

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Ernsthaftigkeit wird überschätzt

Die neue CD von Michael Krebs, „An mir liegt’s nicht“ bietet musikalisch glänzend gemachtes, schmissiges Musikkabarett. In gehobenen Spaß mischen sich – Stammleser dieser Seite können beruhigt sein – auch total kritische Töne. Auch wenn es gelegentlich die Kritiker selbst sind, denen die Häme des satirischen Piano-Barden gilt. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Der Mensch – «eine zu unvollkommene Sache»

Filmplakat zu „Avengers“

Übermenschenfantasien in Film, Philosophie und Geschichte. Unsere Kinoleinwände werden bevölkert von Superhelden und Wunderfrauen – meist in unterirdisch schlechten Filmen. Menschen wie du und ich schaffen es nur noch gelegentlich in die großen Kinosäle, die zu Tempeln moderner Kulte um die unbezwingbaren Mutanten geworden sind. Die Idee, dass wir über unseren höchst fragwürdigen Ist-Zustand hinauswachsen könnten, ist nicht neu. „Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll“, sagte Nietzsche. Diese Vision wird gegenwärtig mit den Mitteln der Fantasie und – was potenziell gefährlicher ist – auch mittels Technik und Biotechnik vorangetrieben. Werden wir wie Goethes Zauberlehrling bald nicht mehr Herren unsrer eigenen Schöpfungen sein? (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Nach Barcelona: 9 vermeidbare Fehler im Umgang mit Anschlägen

„Ich bin Erdenbürger“ – vielleicht hilft diese Erkenntnis am meisten

„Autoritäre Kräfte in jedem Staat erwecken nur allzu gern den Eindruck: ‚Es geht jetzt nur noch um Terror und unseren Kampf dagegen‘. Sie lieben ein Volk, dass verängstigt auf den möglichen Terror wie ein Kaninchen auf die Schlange starrt und schutzsuchend bei einem starken Papa Staat unterkriecht. Ein Volk, das seine Hände freiwillig den Ketten darreicht, mit denen man es binden will.“ Nachdem Roland Rottenfußers Satire „So machen Sie das beste aus dem aktuellen Terroranschag“ viel beachtet wurde, hier nun noch einige Argumente zu einem vernünftigen und menschlichen Umgang mit derartigen Katastrophenmeldungen, die uns leider noch eine Weile verfolgen dürften. Diesmal in ernsthafter und direkter, nicht in satirischer Form, was Anflüge von Ironie nicht ausschließt. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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So machen Sie das Beste aus dem aktuellen Terroranschlag!

Gemälde: Munch, „Der Schrei“, Ausschnitt

Ein Schnellkurs in 11 Schritten für Politiker. Barcelona, Paris, London, Nizza, Berlin, Brüssel, New York, München, Würzburg – die Landkarte ist dicht besät mit Schauplätzen des Terrors. Wegen der schnellen Folge der Katastrophen in den letzten Jahren ist es für Politiker nicht immer leicht, angemessen zu reagieren. Die gute Nachricht: Sie müssen Ihre Grundaussagen zum Anschlag nicht jedes Mal neu erfinden. Bestimmte Argumentationsstrategien haben sich bewährt und können – in Varianten – wiederverwertet werden. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Wer ist hier chaotisch?

Wenn Politiker und Medien über „Anarchie“ schimpfen, sollten sie den Begriff wenigstens richtig gebrauchen. Ob G 20-Krawalle oder Fußball-Randale – das Gespenst der Anarchie geht um in Deutschland.  Allerdings nur in den Köpfen von Politikern und den Leitartikeln ordnungsliebender Journalisten. Leider, könnte man hinzufügen. Denn so viel Gewalt, wie sie von Herrschaftsstrukturen und Hierarchien ausgeübt worden ist, könnten Anarchisten niemals zustande bringen.  (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Heute Griechenland, morgen wir

Ziel des neoliberalen Projekts ist es, die „Dritte Welt“ in die Erste zu tragen und ein globales Feudalsystem zu errichten. Überschuldete Haushalte sind kein Zufall. Sie entsprechen der Logik des Systems und werden inszeniert. Denn nicht solvente, sondern zahlungsunfähige Schuldner verhalten sich gefügig gegenüber den Wünschen machthungriger Gläubiger. Griechenland war erst der Anfang. Was heute dort geschieht, kann morgen auch bei uns geschehen. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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