Beiträge von Roland Rottenfusser

Anpassung an Rechte ist kein Antifaschismus

10 gebräuchliche Un- und Halbwahrheiten zur Flüchtlingsfrage. Wir kennen alle solche Argumente: „Man muss Fluchtursachen bekämpfen statt eine naive Willkommenskultur zu pflegen“. „Zuwanderung wird von den Wohlhabenden befürwortet, aber die kleinen Leute müssen die Last tragen“. „Die Systempresse bauscht den Rechtsruck nur auf.“ „Großkonzerne habe Migranten ins Land gelockt, deshalb sollten Linke gegen Zuwanderung sein.“ Und natürlich der Klassiker: „Rechte bekämpft man am besten, indem man möglichst hart mit Flüchtlingen umgeht.“ Diese Argumentationsmuster begegnen wir überall, manchmal auch in unserem eigenen Geist. Nicht alles an den Narrativen der Zuwanderungsskeptiker ist komplett falsch. Vielmehr handelt es sich oft um Halbwahrheiten, und manches ist einfach nicht gut zu Ende gedacht. Wir sollten uns davon nicht ins Bockshorn jagen lassen und bei unserer Wahrheit bleiben. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Gegen den Kältestrom

In seinem neuen Buch „Zwischen Anarchismus und Populismus“ zeigt sich Götz Eisenberg als linker Romantiker. Die brillante Essay-Sammlung zeichnet das teilweise bedrückende Bild einer nekrophilen Kultur, in der Rechtsruck, Ökonomismus und Digitalisierung zusammenwirken, um den Menschen auf seine traurige, entseelte Verkümmerungsform zu reduzieren. Das Ganze ist mit psychologischem Scharfblick geschrieben und wechselt virtuos zwischen der individuellen und der gesellschaftlichen Ebene. Dabei bedient sich der Autor eines teilweise grimmigen Humors, hinter dem aber die ernst gemeinte Bitte um eine menschlichere Welt spürbar wird. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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#Aufstehen muss nachsitzen!

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Gestreamtes Glück

Netflix-Serie „Bodyguard“

Streaming-Dienste revolutionieren das Fernsehen. Auch wegen des gleichzeitig grassierenden Serien-Booms haben die neuen Formen der Volksbespaßung hohes Suchtpotenzial. „Dematerialisierung“ und Digitalisierung bekommen wir aufgedrückt, ob wir wollen oder nicht – und nicht immer überwiegen die Vorteile. Denn Anbieter spionieren uns aus, lassen statt Anspruch Algorithmen über das Dargebotene entscheiden und löschen alles, was nicht neu und kommerziell ist, aus dem kollektiven kulturellen Gedächtnis. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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„All the lonely people“

Einsamkeit macht krank – und ist politisch gewollt. Das Wort kennt jeder, das Gefühl auch. Dennoch ist Einsamkeit als Gegenstand der Gesundheitsfürsorge unerschlossenes Terrain. Im Gegensatz zu Depressionen, Alkoholsucht und Übergewicht hat man es einfach nicht auf dem Schirm, wenn es darum geht, die drängendsten Probleme unserer Zeit zu benennen. Zu Unrecht, denn Einsamkeit breitet sich aus, macht krank und erhöht die Wahrscheinlichkeit, früher zu sterben. Politik und Wirtschaft sollten endlich was dagegen tun. Tun sie aber nicht, denn einsame Menschen halten still und sind die besseren Konsumenten. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Weltsprache Literatur

Über einzelne Werke der Literatur zu schreiben, ist das eine; treffsichere Formulierungen über Literatur als Ganzes – ihr Wesen, ihre Funktion und ihre Verbindung mit anderen gesellschaftlichen Kräften – zu finden, ist dagegen eine besondere Kunst. Jürgen Wertheimer ist prädestiniert dafür. Er ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Komparatistik in Tübingen, ein aufstachelnder Vortragsredner und dabei politisch nicht abstinent. Nun ist also sein gewichtiges Buch über Weltliteratur erschienen, ein Musterbeispiel für vergleichende Literaturbetrachtung. Denn Goethe war gut, aber wer die frische Luft des „Fremden“ geschnuppert hat, dem wird es in der Umzäunung seiner Nationalliteratur schnell zu eng. Er lernt, wie eines zum anderen gehört – ein Netz gegenseitiger Beeinflussung – und wie das universell Menschliche in jeder Maske und kulturellen Färbung durchbricht. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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In Maaßen antifaschistisch

Während Neonazis in Deutschlands Straßen aufmarschieren, bekennen die Parteien Farblosigkeit. „Freu dich bloß nicht zu früh, spar dein Mitleid dir auf“, sang Gitte Haenning 1980. Dies gilt wohl auch für die Wahlen in Bayern, die aller Wahrscheinlichkeit nach für die repressionsfreudigen Bajuwaren desaströs ausfallen werden. Dennoch wäre Triumphgeheul verfrüht. Vielleicht werden Köpfe rollen, die man aber in Windeseile durch ebenso engstirnige andere Köpfe ersetzen wird. Der Rechtsruck marschiert noch, auch wenn er teilweise an Schwung verloren zu haben scheint. Sein Erfolg ist weniger, dass es jetzt so viele hundertprozentige Nazis gäbe; bedenklich stimmt vielmehr, dass sich kaum noch jemand traut, nicht wenigstens ein bisschen rechts zu sein. Allenthalben wiegeln Politiker ab, um sich opportunistisch ihr Stück vom großen Kuchen des rechten Wählerpotenzials zu sichern. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Die Retter

Zuwanderung ist, wie wir aus berufenem Munde wissen, die „Mutter aller Probleme“. Wird diese Frage gelöst, verschwinden alle anderen Probleme wie von selbst. Nur wie? Denn immer noch weigern sich nicht wenige Afrikaner und Araber, aus Rücksicht auf die Besorgnis deutscher Bürger einfach zuhause zu bleiben. Eines ist dabei klar: Mit Gutmenschentum werden wir die Krise nicht in den Griff bekommen. Vielmehr findet sich das Gute dort, wo man es auf den ersten Blick gar nicht vermuten würde: in der Verweigerung von Hilfe aus einem tiefergehenden Bewusstsein von Verantwortung heraus. (Satire: Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Finger weg von unseren Kindern!

Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist unter Unionspolitikern und in der Presse ernsthaft im Gespräch. Wer davon verschont bleibt, soll wenigstens ein Jahr lang im sozialen Sektor „Deutschland dienen“. Zumindest für letzteres haben viele Menschen Sympathie. Was wäre zum Beispiel gegen mehr Engagement in der Altenpflege einzuwenden? Leider zeigen sich aber auch hier bedenkliche Entwicklungen: eine aufdringliche Dominanz „rechter Themen“, ein zunehmend autoritäres Staatsverständnis und die Umkehr des Prinzips, dass die Institutionen den Bürgern zu dienen haben, von denen sie eingesetzt und bezahlt werden. Das Militär würde junge Menschen beim Erwachsenwerden wieder mit Demütigungen begleiten. Sozialdienste würden ein Heer an Billigarbeitskräften schaffen, und die Verantwortlichen könnten das Dauerproblem Pflegenotstand wieder einmal vertagen. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Die neue Wirklichkeit

Warum wir wieder politische Utopien brauchen. „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, ist ein häufig zitiertes Bonmot des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wer keine Visionen hat, sollte zum Arzt gehen, denn es fehlt ihm etwa, das wesentlich zum menschlichen Potenzial gehört. Das schlechte Image der Utopien und Visionen in den letzten Jahrzehnten hat bewirkt, dass sich fast niemand mehr welche zu spinnen traute. Die Folge ist nun, dass das Alte in seinen Sterbeprozess eingetreten ist, bevor sich das Neue in etwas konkreterer Form am Horizont abzeichnen. Wir müssten praktisch in den Fluss springen, ohne das gegenüberliegende Ufer zu sehen. Das kostet Mut. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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