Beiträge von Roland Rottenfusser

Freundschaft ist Arbeit, bei der man sich entspannen kann

Jugendliche Freunde – Netflix-Serie „Stranger Things“

„Um Liebe muss man kämpfen, Freundschaften müssen irgendwie von allein immer da sein“. Ist das so? Viele Menschen nehmen das Befreundetsein zu leicht, vernachlässigen Freundschaften und scheitern immer wieder an ihnen. Man muss sich mit Freunden Mühe geben, ohne sich an ihnen abzumühen. Dann sind sie ein großer Reichtum. Jedes Freundespaar ist anders, und doch gibt es ein paar grundlegende Dinge, die man über die „zweitschönste Sache der Welt“ wissen sollte, damit sie gelingt. Roland Rottenfußer beschreibt hier u.a. die verschiedenen Lebensphasen der Freundschaft. (mehr …)

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«Twin Peaks» – das Mysterium kehrt zurück

Wer ermordete Laura Palmer?

„Dieser Film folgt der Logik eines Traums – eines Alptraums“ heißt es im Vorspann zu Orson Welles „Der Prozess“. Über die verstiegen-surrealen Filme von David Lynch kann man ähnliches sagen. Mit „Blue Velvet“, „Wild at Heart“ und „Mullholland Drive“ war Lynch stilbildend mit seiner Melange aus Kitsch, Kult und Kunstkino. Vor allem auch mit der Serie „Twin Peaks“, die Anfang der 90er nicht nur für die Mystery-Welle Pate stand, sondern auch aktuell für die Welle hochklassiger Serienproduktionen mit fortlaufender Handlung. Ab Mai diesen Jahres läuft jetzt die dritte Staffel in den USA. Vor der deutschen Ausstrahlung können wir viel erwarten, nur eines nicht: eine befriedigende Auflösung aller Rätsel. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Politisch erwachsen werden – jetzt!

Basisabstimmung in einer Schule

Volksabstimmungen im Bund führen nicht automatisch zu „richtigen“ Entscheidungen – aber es wären endlich die Richtigen, die entscheiden. Nicht nur Politiker, auch viele „Normalbürger“ lehnen Plebiszite auf Bundesebene mit der Begründung ab, es könne in der Folge eine Politik gemacht werden, die der eigenen Auffassung widerspricht. Diese Abwehrhaltung wird verstärkt durch den umstrittenen Brexit und natürlich durch den sich derzeit ausbreitenden Rechtspopulismus. Es ist aber zu kurz gedacht, wegen einiger befürchteter Fehlentscheidungen zuzulassen, dass uns „Polit-Profis“ weiterhin fürsorglich entmündigen. Letztlich könnte fast jedes Argument gegen Volksabstimmungen auch gegen die Demokratie selbst ins Feld geführt werden. In Demokratien können Fehler passieren, alle anderen Systeme sind jedoch selbst der Fehler, weil sie in anmaßender Weise Menschen von Entscheidungen ausschließen, die das Gemeinwesen betreffen. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Der Digitalisierungswahn

Innovationsopportunisten blasen zum Angriff auf unsere Kultur. Eigentlich ist es absurd: In Deutschland werden Tausende in die Armut getrieben, durch miese Renten und Löhne, überhöhte Mieten, Steuern und Abgaben. Überall auf der Welt brennt es, sterben und verhungern Menschen – und Politiker halten es für vordringlich, zu fordern, dass mehr Informationseinheiten im Datenverkehr in Nullen und Einsen umgerechnet werden. Kinder und Jugendliche können ihre Blicke schon jetzt kaum noch von den flimmernden Bildschirmen der Smartphones, Tablets und Notebooks lösen – und Christian Lindner fordert, zu Heilungszwecken die Dosis des Gifts zu erhöhen. Unsere Gesellschaft befindet sich im Würgegriff einer immer aggressiver agierenden Elektronikindustrie, sekundiert von ihren Lobbyisten in den Parteien, die im Chor das Mantra „Digitalisierung“ intonieren. Das Ziel der Kampagne ist nicht nur, Arbeitnehmerrechte aufzuweichen; intendiert ist eine Cyborg-Menschheit, die für die Zwecke der Wirtschaft leichter handhabbar ist. (Roland Rottenfußer)

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«Der Klang der ungespielten Töne»: Konstantins Roman neu aufgelegt

Der 2004 erstmals erschienen Romanm „Der Klang der ungespielten Töne“ ist ein wenig hinter Konstantin Weckers Erstling „Uferlos“ verschwunden, der auf direktere und derbere Weise biografisch war und einen harten Drogenabsturz des Künstlers beschrieb. Daran gemessen blieb „Der Klang“ innerlicher und mehr dem philosophischen Diskurs verpflichtet – ein Buch voll herzlich-verständiger Betrachtungen über Musik und Spiritualität, den Aufstieg ins Ätherische und den Absturz ins Fleischliche. Der Roman wurde zum Glück in diesen Tag vom Gütersloher Verlag neue aufgelegt – Gelegenheit für eine Neuentdeckung. (Auszug aus der Biografie „Konstantin Wecker: Das ganze schrecklich schöne Leben“, Text: Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Links und konservativ – geht das?

Ein passendes Biotop für den Autor

Nicht vor vermeintlichen „Flüchtlingsschwemmen“, vor „Überfremdung“, „Terrorgefahr“ oder „linker Gewalt“ müssen wir bewahrt werden – es ist die unsere Seelen überfordernde, übereilte und profitgetriebene „Schwemme“ technischer Innovationen, bei der Vorsicht geboten ist. Nicht alles Neue ist schlecht, und nicht alles Alte ist bewahrenswert – wir müssen uns aber die Freiheit erkämpfen, weiterhin wählen zu dürfen. Nicht der Zwang zum Download immer neuer Apps ist sinnvoller Fortschritt, dieser müsste sich vielmehr auf dem sozialen Sektor in Gestalt eines fortschreitenden menschlichen Umgangs miteinander vollziehen. Wenn jemand diese Haltung „konservativ“ nennt, meinetwegen. Ich finde sie schlicht vernünftig. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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«Erzeugen Sie eine Volksstimmung und behaupten Sie dann, diese nur widerzuspiegeln».

Unser Informant schanzte uns ein Foto des Hauptverschwörers Trutz Eichner zu.

Die Wahrheit über den deutschen Kampagnenjournalismus am Beispiel der Niedersachsenwahl. Wir ahnten ja schon längst, dass es bei den Mainstream-Medien nicht mit rechten Dingen zugeht. (Das heißt: mit rechten mitunter schon, aber keinesfalls mit linken Dingen.) Da wird manipuliert, werden Kampagnen ausgetüftelt und fast flächendeckend im Volk verbreitet, werden Fakten verdreht oder verschwiegen, wird auch auf interne Diskussionsprozesse in den politischen Parteien Einfluss genommen, da man zu Recht annimmt, dass Politiker die großen Magazine und Fernsehsendungen beobachten. Was bisher nur ein Gerücht war, konnte nun endlich bewiesen werden. Whistleblower schanzten „Hinter den Schlagzeilen“ ein geheimes Papier zu. Der Inhalt: Dienstanweisungen des neoliberalen Thinktanks „Initiative Neue Soziale Eigenverantwortung“ (INSE) an alle eingebetteten Print-, Rundfunk-, Fernseh- und Onlinemedien aus Anlass der Niedersachsenwahl vom vergangenen Sonntag. Ein erschütterndes Dokument, das manches erklärt, was in Deutschland so abläuft. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Spiritueller Kapitalismus

„Opfer für die Göttin Vesta“, Sebastiano Ricci

Im spirituellen Ökonomismus wird Religion als Handelsbeziehung zwischen dem Menschen und einer kosmischen Macht interpretiert. Wer im Soll ist, muss Ausgleich schaffen; moralisch wie pekuniär müssen wir für alles bezahlen. Spiritueller Kapitalismus ist die Eskalationsstufe dieses Prinzips. Der Alptraum einer untilgbaren Schuld wird entworfen – mit Gott als unersättlichem Gläubiger. Der Protestantismus entstand annähernd in derselben Epoche wie der moderne Kapitalismus und etablierten eine Kultur des Reichen-(Selbst)lobs und des Armen-Bashings. Im neoliberalen Zeitalter wird noch kräftig draufgesattelt. Ein spiritueller Wachstumswahn spiegelt den ökonomischen. Aus dem Prinzip „Gott segnet die Reichen“ wurde: „Das Gesetz der Anziehung gibt jedem, was er verdient.“ Wollen wir diesen Verfallsformen der spirituellen Kultur die Stirn bieten, müssen wir uns auf Werte wie Großzügigkeit und Gnade besinnen und eine Post-Wachstums-Spiritualität etablieren. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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«Egal, was sie dir erzählen: Hinhören und das Maul aufmachen.»

Birgit Vanderbeke

Zwei autobiografische Romane von Birgit Vanderbeke über Kindesmisshandlung und die Selbstheilungskräfte der Seele. Schläge und Übergriffe gegen die eigenen Kinder – es ein vielfach noch immer tabuisiertes Thema. Dereinst , in den Jahren des Wirtschaftswunders war es das natürlich erst recht, denn da trug eine traumatisierte Gesellschaft der „Unschuldigen“ einen regelrechten Verdrängungs-Wettbewerb aus . Das kleine Mädchen in den beiden zu einem Doppelroman zusammengefassten Teilen „Ich freue mich, dass ich geboren bin“ und „Wer dann noch lachen kann“ von Birgit Vanderbeke beleuchtet die Absurdität und Grausamkeit des Erwachsenenlebens aus der Froschperspektive – höchst erhellend, zutiefst menschlich und voll melancholischer Ironie. Ähnlichkeiten zu heutigen Verhältnissen sind keinesfalls zufällig – damals schrieb Kempowki: „Uns geht’s ja noch gold“, heute schwärmt Merkel: „Deutschland geht es gut“ – und ewig schweigt man über die Opfer. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Den Schleier der Lüge zerreißen

Meinungs-Monokultur in Deutschland und die subversive Macht der Minderheiten. Spätestens seit George Orwell wissen wir, dass Sprache – bzw. die Möglichkeit ihrer Verdrehung – ein Machtinstrument erster Güte ist. Die „Wahrheitsministerien“ unserer Zeit leisten im Moment ganze Arbeit. Mit dem Slogan „Sozial ist, wer Arbeit schafft“ könnte sich wohl auch ein Sklavenhalter aus den Zeiten von „Onkel Toms Hütte“ rechtfertigen. Und mit dem Schlagwort „mutige Reformen“ verschleiern Politiker ihr feiges Zurückweichen vor der Macht des internationalen Finanzkapitals. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy spricht von einem „geistigen Kollateralschaden durch gezielten Sprachmissbrauch.“ Roland Rottenfußer meint, dass wir trotzdem nicht verzagen sollten. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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