Beiträge von Roland Rottenfusser

Konstantin Wecker und Hannes Wader

Mitte April wird die große Biografie anlässlich des 70. Geburtstags von Konstantin Wecker im Gütersloher Verlag erscheinen: „Das ganze schrecklich schöne Leben“. Autoren sind Konstantin Wecker, Günter Bauch und Roland Rottenfußer. Der vorliegende Text über Wecker und Wader wurde ursprünglich für die Biografie geschrieben, dann aber wieder entfernt, da Konstantin selbst einen Text über seine Beziehung zu Hannes Wader verfasst hatte. Wir bringen dieses Outtake auf „Hinter den Schlagzeilen“ als Appetithäppchen. Zugleich kann die Betrachtung über ein zentrales Gespann der deutschen Liedermacherszene natürlich auch für sich stehen. (mehr …)

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Einreisewelle nach Afghanistan

Die deutsche Sehnsucht nach einer sicheren Heimat. Immer mehr Bundesbürger emigrieren nach Afghanistan. Der Grund: Das vom Bundesinnenministerium als „sicheres Herkunftsland“ eingestufte Land am Hindukusch bietet, was in Deutschland angesichts der akuten Terrorbedrohung nicht mehr möglich ist: ein Leben in Sicherheit. (Ein Beitrag aus der Reihe „Rottenfußers alternative Realität“) (mehr …)

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Hundertwasser – der Kunst-Tausendsassa

Friedensreich Hundertwasser (608) DAS ENDE DER GRIECHEN, OST- UND WESTGOTEN, Privatsammlung, © 2016 Namida AG, Glarus

Viele haben das Hundertwasser-Haus in Wien besucht und kennen den Farbenrausch seiner mit Kringeln, Linien, Fenstern und Augen übersäten Gemälde. Friedensreich Hundertwassers Werk wirkt teilweise kindlich, eigentlich wie „Pop-Kunst“, dennoch besitzt es Tiefe, weil es auf wichtige Fragen und Verwerfungen unserer Zeit eine Antwort zu geben versucht: Umweltzerstörung, Gleichschaltung, das Versiegen von Kreativität und eine wahre Epidemie der Hässlichkeit in unserem Wohnumfeld. „Sein Anliegen ist es (…), die Menschen durch Schönheit für das Gute zu gewinnen“, schrieb der Essayist Daniel J. Schreiber. In der hervorragenden Ausstellung „Hundertwasser – gut & schön“ im Buchheim-Museum am Starnberger See sind gerade alle wichtigen Facetten des Künstlers zu bewundern. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Die wundersame Schuldvermehrung

„…dass unsere Gerechtigkeit und Weisheit vernichtet und ausgerottet werde aus unserem Herzen.“ (Martin Luther)

„Teilweise entwerfen die Religionen das Bild eines Erbsenzähler-Gottes, der Strafpunkte in einer kosmischen ‚Flensburg-Datei‘ verbucht. Wir wissen auch, wie es genannt wird, wenn wir einmal nicht bezahlen können: Schuld. Das Wort ist nicht umsonst mit ‚Schulden‘ verwandt. Wenn der verunsicherte Gläubige dann die Frage stellen, wie er die Schuld begleichen kann, läuft es vielfach auf ’spirituelle Austeritätspolitik‘ hinaus: sich einschränken, büßen, fasten, darben. Wer sich die Fülle des Lebens für eine Weile verbietet, der kann auf Schuld(en)erlass hoffen.“ (Auszug aus dem Buch von Roland Rottenfußer und Monika Herz: „Schuld-Entrümpelung. Wie wir uns von einer erdrückenden Last befreien“, Goldmann Verlag“) (mehr …)

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Unbeholfenheit als Weg – die Weisheit des Clowns

Bei den „Klinikclowns“ ist Konstantin Wecker schon lange Pate

„Die Kunst des Scheiterns“ ist ein Buch Konstantin Weckers, und der Clown Johannes Galli trat mit einem ganz ähnlichen Werk an die Öffentlichkeit: „Die Lust am Scheitern“. Grund genug, einmal den verdammten Perfektionsanspruch in Frage zu stellen, mit dem wir uns und andere so oft quälen. Humor befreit und führt in die Weite. Richtig verstanden (und einmal abgesehen von wirklich destruktivem Sarkasmus) ist er auch mit der Liebe verwandt. Teilweise autobiografischer Essay von Roland Rottenfußer (mehr …)

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Die selbstgerechte Grausamkeit der «Guten», Teil 2/2

Sophie Scholl (Lena Stolze) in „Die weiße Rose“: Strafe muss sein

16 Argumente gegen das herrschende Strafsystem, Argumente 8-16. Wenn in Politik und Medien überhaupt über Strafen geredet wird, dann nur im Sinne einer „Verschärfung“, einer Zunahme von „Härte“ und drastischen Sanktionen. Dies unterstützt den verhängnisvollen Trend, dass sich öffentliche Diskussionen heute generell nur noch um Verschlimmerungen der bisherigen Zustände (oder um die Verlangsamung dieser Verschlimmerungen durch gutwillige Kräfte) drehen. Enthüllungen über unfassbare Grausamkeiten des Gefängnissystems (z.B. über Selbstmorde und Morde unter Haftbedingungen) werden von „hart“, „scharf“ und „konsequent“ agierenden Politikern nur mit einem „Mehr desgleichen“ beantwortet – als ob eine höhere Dosis des Schädlichen die Krankheit beheben könnte. (Roland Rottenfußer. Bitte lesen Sie auch den ersten Teil dieses Artikels) (mehr …)

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Die Selbstgerechte Grausamkeit der «Guten» – Teil 1/2

Gemälde: Vincent van Gogh

16 Argumente gegen das herrschende Strafsystem. (Roland Rottenfußer) Dieser Artikel ist ein erster Versuch (und „Essay“ bedeutet nichts anderes als „Versuch“), das heute mit Abstufungen überall auf der Welt gültige System des Bestrafens von Gesetzesübertretungen in Zweifel zu ziehen. Mir geht es dabei nicht so sehr darum, dass meine Anregungen sofort und vollständig umgesetzt werden (dies ist nicht denkbar und wäre sicher auch mit Risiken verbunden); vielmehr möchte ich das fast allgegenwärtige öffentliche Schweigen zu diesem Thema brechen. Der Skandal ist nicht, dass es bisher kein „perfektes System“ im Umgang mit Verbrechen und Regelübertretungen gibt (ein solches ist wohl nicht menschenmöglich), sondern die Tatsache, dass von den Verantwortlichen stur und ohne Ansätze von Einsicht an einem offensichtlich unzureichenden und schädlichen System festgehalten wird. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Es werde Schuld! – Wie Schuldgefühle gemacht werden

1935 von Hitler zum Straftatbestand erklärt: die „Rassenschande“ (Nazi-Propaganda-Plakat)

Ein Gefängnissystem „braucht“ Gefangene, so wie ein Feuer darauf angewiesen ist, dass beständig Holzscheite nachgelegt werden. Es „muss“ also immer Straftaten geben. Nicht wegen des unausrottbaren Bösen in den Köpfen der Menschen, sondern wegen der Arbeitsplätze derer, die an eben diesem Bösen Lohn und Brot haben. Nach dieser Logik sind nicht die Straftäter für eine Gesellschaft schädlich, sondern jene, die sich weigern, der Gefängnisindustrie als Zielgruppe zur Verfügung zu stehen. Schuld wird, wo sie nicht unabweisbar ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, in sehr vielen Fällen „gemacht“. Man kann dabei auch – parallel zur Geldschöpfung – von Schuldschöpfung sprechen. Bei Strafen und Schuldzuschreibungen ist immer das „Cui bono?“ zu beachten: Wem nützt es? (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Das Schreiben der Hoheit – ein Märchen (3/3)

„Eines Tages erhielt R., ein einfacher Mann aus dem Volk, Schreiner von Beruf, ein Schreiben der höchsten Majestät des Landes. Der Brief, den R. andächtig und voll erregter Spannung entrollte, enthielt eine Vorladung, der Adressat möge sich unverzüglich am Kaiserhof einfinden, wo die Hoheit mit ihm zu sprechen wünsche. Verständlicherweise war R. sehr besorgt und fragte sich, was eine solch hochgestellte Person von ihm wolle, denn ein Anlass für die geforderte Unterredung war im Brief nicht angegeben. R. war sich keiner Schuld bewusst…“ Eine Erzählung von Schuld, Sühne und Vergebung. Ähnlichkeiten mit real existierenden Religionen wären rein zufällig. Die ersten beiden Teile dieses Märchens können Sie weiter unten auf dieser Seite nachlesen. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Das Schreiben der Hoheit – ein Märchen (2/3)

„Eines Tages erhielt R., ein einfacher Mann aus dem Volk, Schreiner von Beruf, ein Schreiben der höchsten Majestät des Landes. Der Brief, den R. andächtig und voll erregter Spannung entrollte, enthielt eine Vorladung, der Adressat möge sich unverzüglich am Kaiserhof einfinden, wo die Hoheit mit ihm zu sprechen wünsche. Verständlicherweise war R. sehr besorgt und fragte sich, was eine solch hochgestellte Person von ihm wolle, denn ein Anlass für die geforderte Unterredung war im Brief nicht angegeben. R. war sich keiner Schuld bewusst…“ Eine Erzählung von Schuld, Sühne und Vergebung. Ähnlichkeiten mit real existierenden Religionen wären rein zufällig. Der erste Teil des Märchens ist etwas weiter unten auf dieser Seite nachzulesen. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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