Trotz aller Widrigkeiten: unsere GriechInnenhilfe fasst wieder Fuß

 in FEATURED, GRIECHENLAND, Holdger Platta, Über diese Seite

205. Bericht zu unserer Spendenhilfe „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Tatsächlich: zwei gute Nachrichten prägen meinen heutigen Bericht. Das Wohnungsproblem für Panagiota D. ist gelöst. Und zuversichtlich kann auch das neue Spendenergebnis stimmen. Trotzdem bleibt unausweichlich, dass mein neuester Bericht einige „Aber“ zu formulieren hat, wenn er bei der ganzen Wahrheit bleiben will. Doch lest selber, was heute mitzuteilen ist. Holdger Platta

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

ja, es gibt heute zwei gute Nachrichten für uns – die natürlich vor allem gute Nachrichten für die von uns betreuten Notleidenden in Griechenland sind: Es gab wieder einen deutlichen Spendenanstieg (dazu später die Zahlen!). Und: Panagiota D. mit ihren Töchtern aus Megara kann demnächst in eine neue Wohnung ziehen!

Aber zunächst noch kurz eine andere Mitteilung vorweg:

Aufmerksame Leserinnen und Leser werden bemerkt haben, dass in der letzten Woche nicht – wie erhofft und gewohnt – mein neuester Bericht erscheinen konnte. Das hatte ausschließlich mit externen Gründen zu tun, mit Hindernissen, die mit unserem Team und mit unserer GriechInnenhilfe nichts zu tun hatten. Manchmal schlagen auch bei uns MitarbeiterInnen im Hilfsteam Alltagsprobleme zu, die sozusagen „pünktliche“ Arbeit auszubremsen vermögen. Niemand von den Hilfsbedürftigen hat aber darunter zu leiden gehabt. Mein nächster Bericht wird demzufolge erst Ende der nächsten Woche erscheinen.

Damit, zuallererst, zu Panagiota D.:

Tassos Chatzatoglou hat mir detailliert die Umstände mitgeteilt, unter denen für Panagiota eine neue Wohnung angemietet werden konnte. Das erste  Mietentgelt  für die neue Wohnung ist bereits nach Griechenland überwiesen worden, und die neue Wohnung liegt auch nicht weit von der vorherigen Wohnung entfernt. Wenn ich Tassos richtig verstanden habe, hat wohl vor allem Panagiotas Mutter dieses Problem lösen können.

Die neue Wohnung – eine „kleine“ Wohnung, wie Tassos schreibt – wird freilich mehr als die alte kosten: 250,- Euro statt wie bisher 220,- Euro. Da wir AußenhelferInnen den neuen, den erhöhten Mietpreis nicht zur Gänze übernehmen können – Grund: auf jeden Fall sollen auch die anderen Menschen, die wir bisher unterstützt haben, in unveränderter Höhe unsere Unterstützungsgelder bekommen –, bleibt es für uns GriechInnenhelfer bei 220,- Euro, die wir monatlich für Panagiota aufbringen werden. Die restlichen 30,- Euro wird Panagiotas Mutter beisteuern, die zum Glück noch über einen festen Arbeitsplatz verfügt, bei der Straßenreinigung in Megara. Wobei an dieser Stelle angemerkt sei: auch beim neuen Mietzins von 250,- Euro kommen die Kosten für Strom und Wasser noch hinzu. Dem stehen aber noch zwei weitere gute Nachrichten gegenüber:

Die eine der drei Töchter von Panagiota D., die älteste von ihnen, Aggelika, hat inzwischen eine Arbeitsstelle in Athen gefunden. In der neuen, in der „kleinen“ Wohnung werden also „nur“ noch drei Personen wohnen müssen, nicht mehr vier: Panagiota, die Mutter, sowie ihre beiden Töchter Maria, sechzehn Jahre alt, und die achtjährige Rafaela. Und die zweite gute Nachricht: es werden wohl keine Kosten für den Umzug entstehen. „Freunde“, so Tassos Chatzatoglou, werden den „Transfer“ übernehmen.

Gar nicht gut sind hingegen zwei weitere Informationen, die mir Tassos übermitteln musste. Zum einen:

Panagiota D., mittlerweile 48 Jahre alt, geht es psychisch wohl gar nicht gut. Ihre Arbeitslosigkeit hält auch weiter an, und Tassos befürchtet sogar, dass Panagiotas Arbeitsfähigkeit bis auf weiteres schwer gefährdet ist. Um es auf die kürzeste Formel zu bringen: Panagiota leidet unter starken Depressionen. In diesem Zusammenhang erinnere ich kurz an meinen letzten Bericht, in dem ich Euch über den starken Anstieg beim Verbrauch von Psychopharmaka in Griechenland informiert habe.

Nicht auszuschließen ist, dass Panagiota – objektiv wie subjektiv – immer noch unter der folgenden Belastung ganz besonders zu leiden hat (LeserInnen mit gutem Gedächtnis werden sich vielleicht daran erinnern können):

Ihr Ehemann hat sie vor einigen Jahren verlassen. Zu vermuten ist, dass er seine eigene Arbeitslosigkeit nicht mehr auszuhalten vermochte und – so manche griechischen Männer sehen das so! – die „Schande“ nicht mehr ertragen konnte, „unfähig“ zu sein, der eigenen Frau und den eigenen Kindern das materielle Überleben noch sichern zu können. Panagiotas Ehemann ist seither spurlos verschwunden, man weiß nicht einmal, ob er noch lebt oder nicht. Kein Einzelfall in Griechenland!

Diese Tatsache hatte und hat aber auch furchtbare objektive Folgen für Panagiota mit ihren drei Töchtern: Für die griechischen Behörden gilt sie nach wie vor als Verheiratete, die dementsprechend von ihrem Ehemann versorgt wird, und hat deswegen keinen Anspruch auf das, was man Griechenland offenbar „Notstandshilfe“ nennt. Und einen Prozess, sich vom verschwundenen Ehemann scheiden zu lassen, kann sich Panagiota D. – soll ich sagen: selbstverständlich? – aus Geldmangel nicht leisten. Elend gebiert Elend gebiert Elend…

Ich selber halte es für eine Schande, dass der griechische Staat noch immer nicht juristische und materielle Abhilfe geschaffen hat für solche Fälle äußerster, völlig unverschuldeter Not! Wieder einmal ist festzustellen: die Regierungsverantwortlichen in Griechenland lassen die Abgehängten in ihrem Staat ohne jede Einschränkung im Stich. Stattdessen erhöhen sie lieber ihren Militäretat und kaufen – in Milliardenhöhe – neue Bomber in Frankreich ein. Vielleicht komme ich in einem meiner nächsten Berichte auf diese Tatsache noch einmal zurück!

In welchem Ausmaß Verrohung zum Merkmal dieser angeblich wertorientierten und angeblich christlichen Regierung zählt, zeigt übrigens auch eine kleine Meldung aufs deutlichste, die während der letzten Tage in unserer Regionalzeitung zu lesen war (hat sie bundesweit für Aufsehen gesorgt? Bis auf eine Ausnahme ist mir dergleichen nicht zu Ohren gekommen!).

Nach Recherchen des SPIEGEL und anderer Medien sollen im September des letzten Jahres griechische „Grenzschützer“ drei Flüchtlinge ins Meer geworfen haben, von denen zwei ertrunken sind. Diese Männer, so das Hamburger Nachrichtenmagazin, waren von der griechischen „Küstenwache“ auf der Insel Samos „aufgegriffen“, auf die Ägäis hinausgefahren und dort ins Wasser geworfen worden. Von irgendwelchen Untersuchungen dieses Vorfalls, etwa von Seiten der griechischen Staatsanwaltschaft, habe ich bislang nichts gehört. Und ein weiteres Mal ist hier ein Versagen der europäischen Medien festzustellen (vom SPIEGEL, in diesem besonderen Falle, einmal abgesehen): Selbst Mordtatenvermutlich, begangen im Staatsauftrag, um Europas Grenzen zu „schützen“, interessieren die europäischen Massenmedien nicht! Wieder einmal zeigen sich aufs deutlichste die Grenzen der europäischen „Wertegemeinschaft“ – im doppelten Wortsinn, was den Begriff „Grenzen“ betrifft. Nicht einmal für die „Tagesschau“ – die Nachrichtensendung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks – war dieses eine Meldung wert.

Stattdessen „muss“ tagtäglich über völlig irreführende „Inzidenzzahlen“  der sogenannten „Corona-Epidemie“ berichtet werden – irreführend deshalb, weil diese Zahlenpropaganda über das tatsächliche Erkrankungsgeschehen in Deutschland keinerlei wahrheitsgemäße Auskunft gibt. Und da kehren im Namen dieser Maßnahmenpolitik gegen Corona, unter Berufung auf derartige Pseudobelege, sogar hochverdiente, hochintelligente und bestinformierte Mitarbeiter unserer GriechInnenhilfe den Rücken, beten irgendwelche angelesenen Vorwürfe nach – wir seien „Corona-Leugner“ zum Beispiel (Ihr HdS-LeserInnen selbstverständlich auch!) – und tun das ganz bestimmt noch mit bestem Gewissen. Das verstehe, wer will!

Doch lasst mich versöhnlicher schließen, versöhnlicher auch wegen einer letzten guten Nachricht, die ich Euch heute mitteilen darf:

Während der letzten zehn Tage habt Ihr uns wieder mit einem sehr guten Spendenergebnis bedacht. 420,- Euro gingen auf unserem Hilfskonto ein, überwiesen von drei Spendern und einer Spenderin an uns. Inzwischen weiß ich, dass auch Menschen darunter sind, die uns damit ganz ausdrücklich ihr Vertrauen aussprechen wollen. In der Vorwoche konnte ich ja leider nur den Eingang von 20,- Euro für unsere GriechInnenhilfe vermelden (überwiesen von einem Spender an uns). Ein ganz, ganz großes Dankeschön dafür!

Und wenn das irgend möglich ist im Rahmen eines solchen Berichts: wir versprechen Euch, dass wir auch weiterhin Euer Vertrauen rechtfertigen werden. Ob es sich um Panagiota D. handelt oder um Laura, um Alexander oder um Dionysis, um die verarmten Familien in und um Korydallos oder auf Andros: Wir kümmern uns weiter um sie, egal, ob wir Tassos oder Volker heißen, Sybille oder Roland, oder ob es sich um einen Holdger Platta handelt, der Euch eine solche Zusage gibt: Wir alle lassen uns auch in Zukunft nicht beirren! Die genannten Notleidenden sind angewiesen auf unsere Hilfe, so manche darunter dringlicher denn je! Davon werden uns auch Meinungsverschiedenheiten beim völlig sachfremden Thema Corona-Einschätzung nicht abbringen! Diese Verantwortung eint uns, weit über sonstige Unstimmigkeiten hinaus. In diesem Sinne also wieder einmal:

Wer von Euch uns Gelder für unsere Hilfe für Menschen in Griechenland zukommen lassen will, der überweise uns diese bitte unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“  auf das Konto:

 

IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49

BIC: NOLADE21 GOE

Inhaber: IHW

 

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt – ab 201,- Euro erforderlich –, wende sich bitte an Volker Töbel, entweder unter der Postanschrift Tewaagstraße 12, 44141 Dortmund, oder unter der Mailadresse vtoebel@web.de.

 

Mit herzlichen Grüßen

Euer Holdger Platta

 

 

Showing 4 comments
  • Piranha
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    Aus Liebe zur Menschlichkeit

    Ja, ich freue mich sehr, dass es hier weitergeht.

    Und ja, lieber Holdger, lieber Roland, und …  ich habe mich rar gemacht und das hat verschiedene Gründe, die ich nicht weiter benennen will, weil es zu langweilig ist. Wer will schon etwas lesen über das eine und andere Zipperlein; wen interessierte, dass es überall menschelt im Sinne von  Mißverständnissen und auch mal Streit, der doch nur durch Spekulationen oder Un-informiertheit entsteht.

    Meiner freundschaftlichen Verbundenheit zu euch und dieser Webseite wird es nicht schaden.

    Ja, ich habe Ärger mit meinem Telefonanbieter dergestalt, dass ich meine Mailadresse zur Zeit nicht nutzen kann. Was hilft gegen Ärger?  Genau! Gelassenheit. Einfach nicht über jedes Stöckchen springen, das einem hingehalten wird.

    Unten, Roland, siehst Du im rechten Pflichtfeld eine Mailadresse, die ich ewig nicht mehr genutzt habe. Für HdS ist sie jetzt exklusiv reaktiviert 😀 😀 Gern an die IHW – Mitglieder weitergeben, dankeschön!

    In meinem Bundesland ist Wahlkampf, an dem ich mich beteilige.

    Drückt uns die Daumen, dass wir in den Landtag einziehen, und die anderen mindestens konstruktiv und evidenzbasiert ärgern können. 🙂

    Liebe Grüße,

    P.

     

     

     

     

     

  • Brösel T.
    Antworten
    Dankeschön ,und viel Erfolg dieser Spendenaktion, ich finde es großartig, dass es diese Initiative gibt!! Aber kann man den  „Spiegel“ noch als „Hamburger Nachrichtenmagazin“ bezeichnen? Ich meine: Nein ,beim besten Willen, das geht nicht mehr, dieses Schmierenblatt so zu nennen.  Ich schreibe, wenn es denn sein muss, stets  „ehemaliges“ davor, das passt dann schon … 😉
  • Holdger Platta
    Antworten
    Lieber Brösel T.,

    wahrlich, diese Frage kann man stellen: ist der SPIEGEL noch ein „Nachrichtenmagazin“? Ist auch der „Focus“ aus München noch ein „Nachrichtenmagazin“? Ist „Die Welt“ noch eine „Tageszeitung“, der Berliner „Tagesspiegel“ noch eine „Tageszeitung“? Undundund???

    Sei versichert: abgesehen von alter Gewohnheit, war für mich mit der Benennung „Nachrichtenmagazin“ keinerlei Bewertung verbunden, eine positive schon gar nicht. Es wäre also zu klären, ob die LeserInnen solche Begriffe wie „Tageszeitung“ und „Nachrichtenmagazin“ tatsächlich für Wertungsbegriffe halten oder lediglich für Sachbegriffe.

    Tja, was meinen die anderen HdS-LeserInnen dazu?

    Herzlich

    Holdger

  • Hope
    Antworten
    Ich soll also spenden mit einer Rente unter 1200 Euro. Für was? Für das, was ich eh schon seit 2 Jahren immer wusste? Fake-Pandemie! Die unaufgeklärten Boosterer werden nicht auf die Idee kommen hier zu spenden, weil die erst gar nicht diese Seite hier finden werden und wollen: „Ein Aufruf“ https://www.youtube.com/watch?v=oq4mCVYLXz8

    Also, wer soll hier spenden? Bill Gates? Klaus Schwab? Ich? „Wissen ist eine Holschuld“, https://www.youtube.com/watch?v=E7zZqmWHomw, wen interessiert das? Die Unwissenden?

    Schon meine Mutter sagte immer: “ Es sind die Armen, die für die Ärmsten spenden, nicht die Reichen.“

    Ich spende lieber, so weit ich kann, für die, die nur noch ein Bein haben und wieder laufen wollen.

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