Weitere Streiks in Griechenland – und erneut keine Berichterstattung darüber bei uns

 In FEATURED, GRIECHENLAND, Holdger Platta, Über diese Seite

187. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Nunja, auch das gibt es einmal: es ist kaum Nennenswertes zu berichten aus Griechenland. Deshalb in dieser Woche nur ein Kurzbericht über den drangsalierten Mittelmeerstaat – und über unsere Hilfsaktion. Holdger Platta

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

ausnahmsweise heute nur ein sehr kurzer Bericht über unsere Hilfsaktion. Der Grund: Nachrichtenmangel (ich glaube: zum ersten Mal ist das der Fall in der mittlerweile gut vierjährigen Geschichte von „Empört Euch! Helfen wir den Menschen in Griechenland!“).

Natürlich liegen die neuesten Spendenzahlen vor (für den Zeitraum 1. bis 7. Oktober des Jahres). Kurz also: 8 UnterstützerInnen bedachten uns mit Hilfsgeldern in der Höhe von 265,- Euro. In der Vorwoche waren das 335,- Euro gewesen, SpenderInnenzahl 4. Ein erfreuliches Ergebnis, so meine ich, und ich danke im Namen des Organisationsteams allen Spenderinnen und Spendern sehr!

Ansonsten kann ich nur ein paar Informationen weitergeben, die von der „Griechenland Zeitung“ am 2. Oktober mitgeteilt worden sind – und zwar, in einem sehr kurzen Artikel, zu weiteren Streiks in dem gebeutelten Mittelmeerstaat.

Demzufolge gab es auch am vergangenen Mittwoch, am 2. Oktober, wieder einen 24-stündigen Generalstreik gegen das von der neuen Regierung geplante „Entwicklungsgesetz“. Dieses Mal legten die Angestellten der Privatwirtschaft, organisiert in der Dachgewerkschaft GSEE, ihre Arbeit nieder, außerdem Angehörige des Arbeitszentrums Athen. Angeschlossen hatten sich dem Generalstreik des weiteren Angestellte des Öffentlichen Dienstes, Mitglieder der ADENY – und dies alles mit weitreichenden Folgen im gesamten Land. Betroffen war der Personennahverkehr – Busse, Oberleitungsbusse, U-Bahn in Athen –, aber auch die Eisenbahn, in Attika die Schiffahrt insgesamt sowie landesweit die Arbeit an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Bemerkenswert bleibt, dass auch weiterhin die bundesdeutsche Presse sich nahezu flächendeckend ausschweigt zu diesem friedlichen Aufstand der griechischen Bevölkerung gegen das neue wirtschaftsfreundliche Gesetzespaket und daß auch in den elektronischen Medien bei uns – in Rundfunk und Fernsehen – nichts von diesen Aktionen zu hören oder zu sehen ist. Wobei – ich gebe es zu – die Berichterstattung der kommerziellen Sender von mir nicht überprüft worden ist. Bei Dudelfunk und Konzernfernsehen lasse ich gerne anderen Menschen den Vortritt.

Vielleicht ist auch noch erwähnenswert, was Alexis Tsipras in der Zwischenzeit wieder von sich gegeben hat? Nun, am vorvergangenen Wochenende – am 28./29. September – hielt er zu Athen eine Rede bei der Jugendorganisation der SYRIZA. Seine neueste kritische Aussage zur neuen Regierung, zur „Nea Dimokratia“, lautete dieses Mal so: „Sie wollen mit Hilfe der Massenmedien ein System der sozialen Ungerechtigkeit und einer verkrüppelten Demokratie“ errichten. Und der Ex-Regierungschef weiter: genau das sei es gewesen, was das Land in die Krise geführt habe. Tsipras vergaß zu erwähnen: genau das war es gewesen, was auch die SYRIZA seit dem Herbst 2015 in Griechenland betrieben hat. Tsipras macht also weiter mit seinem Kurs, die eigene Vergesslichkeit einer ganzen Bevölkerung aufschwätzen zu wollen. Was in der Gestalt eines Gesamtfazits bedeutet:

Die neue Regierung betreibt miserable Politik, ganz gewiss, aber die alte Regierung ebenso gewiss miserable Opposition. Und mit Sicherheit dürfte richtig sein: das untere Bevölkerungsdrittel in Griechenland hätte wahrlich Besseres verdient – eine andere Opposition und eine andere Politik! Und: das ganze Land, das ganze Griechenland, bessere Berichterstattung in allen Ländern auf unserem Kontinent – nicht zuletzt auch in der Bundesrepublik!

Und damit erneut zu meinem Aufruf zu Spenden für unsere Hilfsaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“.

Wer uns Gelder für unsere Hilfe für Menschen in Griechenland zukommen lassen will, der überweise uns diese bitte unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“ auf das Konto:

Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt – ab 201,- Euro erforderlich –, wende sich bitte an unseren Kassenwart Henry Royeck, entweder unter der Postanschrift Sültebecksbreite 14, 37075 Göttingen, oder unter der Mailadresse henryroyeck@web.de.

Und wer, wie gesagt, noch etwas mehr tun will: auch unser gemeinnütziger Verein, die „Initiative für eine humane Welt (IHW) e.V.“, ist immer wieder erneut auf neue Hilfsgelder angewiesen, zur finanziellen Absicherung unserer Arbeit ganz generell. Diese Spenden bitte dann an dasselbe Konto, wie oben angegeben, jedoch mit dem Stichwort „GR-IHW“ versehen. Es sei wiederholt: wir würden uns riesig auch über diese Unterstützung freuen.

Mit herzlichen Grüßen wie stets
Euer Holdger Platta

Kommentare
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    Volker
    Antworten
    Dafür dürfen Great-Amis weiterhin Griechenland besetzen, Drohnen von Kreta aus auf Reisen schicken, während Sommerurlauber vor Kulissen sich verwöhnen lassen, je nach Angebot aus Reiseprospekt mit Hochglanzidylle, hauptsache preiswert rundum versorgt, inkl. Selfies mit Poseidon in der Tiefe des Mittelmeers.

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