Wir sind alle Kinder der Aufklärung

 In Philosophie

„Was wäre, wenn eine neue, dringend gebrauchte Aufklärung mit einer Rehabilitierung der Leidenschaft beginnen würde?
Was wäre, wenn wir uns selbst als leidenschaftliche ­Wesen begreifen würden? Was wäre, wenn wir lernen würden, uns als aufgeklärte Menschen im Licht der Wissenschaft als Homo ­sapiens zu verstehen, als eine Art, die 98 Prozent ihres Erbguts mit Schimpansen teilt und deren besondere Begabung – eine Art symbolisch abstrahierende Schlauheit – sie innerhalb von wenigen Jahrtausenden unerwartet erfolgreich und zahlreich gemacht hat?“ Dann würden wir begreifen, dass wir nicht erhaben sind über die Natur, sondern mitten in ihr. Ein Plädoyer für Geschichtsbewusstsein. (Quelle: Oya)
https://oya-online.de/article/read/3131-.html#

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    heike
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    Die Zeit der Aufklärung setzte auf einen klaren Verstand zur Gewinnung von Erkenntnis und daraus resultierender Urteilskraft. Dem gegenüber (?) stehen die Gefühle des Menschen. Gefühl und Verstand des Menschen gehen Hand in Hand. Aber in den Gefühlen wohnt die Leidenschaft und eine menschliche Schönheit.

    Heinrich Heine, der ltzte Dichter der Romantik singt auf sie und ihr „Organ“ ein

    HALLELUJA

    Am Himmel Sonn und Mond und Stern´,

    Sie zeugen von der Macht des Herrn;

    Und schaut des Frommen Aug nach oben,

    Den Schöpfer wird er preisen, loben.

     

    Ich brauche nicht so hoch zu gaffen,

    Auf Erden schonfind ich genug

    Kunstwerke, welche Gott erschaffen,

    Die würdig der Bewunderung.

     

    Ja, liebe Leute, erdenwärts

    Senkt sich bescheidentlich mein Blick,

    Und findet hier das Meisterstück

    Der Schöpfung: unser Menschenherz.

     

    Wie herrlich auch der Sonne Pracht,

    Wie lieblich auch in stiller Nacht

    Das Mondenlicht, der Sterne Glanz,

    Wie strahlend der Kometenschwanz –

     

    Die Himmelslichter allesamt,

    Sie sind nur eitel Pfennigskerzen,

    Vergleich ich sie mit jenem Herzen,

    Das in der Brust des Menschen flammt.

     

    Das ist die Welt in Miniatur,

    Hier gibt es Berge, Wald und Flur,

    Einöden auch mit wilden Bestien,

    Die oft das arme Herz beläst´gen –

     

    Hier stürzen Bäche, rauschen Flüsse,

    Hier gähnen Gründe, Felsabschüsse,

    Viel bunte Gärten, grüne Rasen,

    Wo Lämmlein oder Esel grasen –

     

    Hier gibt´s Fontänen, welche springen,

    Derweilen arme Nachtigallen,

    Um schönen Rosen zu gefallen,

    Sich an den Hals die Schwindsucht singen.

     

    Auch an Abwechslung gehlt es nicht;

    Heut ist das Wetter warm und licht,

    Doch morgen schon ist´s herbstlich kalt,

    Und nebelgrau die Flur, der Wald.

     

    Die Blumen, sie entluben sich,

    Die Winde stürmen fürchterlich,

    Und endlich flockt herab der Schnee,

    Zu Eis erstarren Fluss und See.

     

    Jetzt aber gibt es Winterspiele,

    Vermummt erscheinen die Gefühle,

    Ergeben sich dem Mummenschanz

    Und dem berauschten Maskentanz. –

     

    Freilich, inmitten dieser Freuden

    Beschleicht sie oft geheimes Leiden,

    Trotz Mummenschanz und Tanzmusik,

    Sie seufzen nach verlornem Glück. –

     

    Da plötzlich kracht´s. – Erschrecke nicht!

    Es ist das Eis, das jetzo bricht;

    Die Rinde schmilzt, die frostig glatte,

    Die unser Herz umschlossen hatte.

     

    Entweichen muss, was kalt und trübe;

    Es kehrt zurück – o Herrlichkeit! –

    Der Lenz, die schöne Jahreszeit,

    Geweckt vom Zauberstab der Liebe! –

     

    Groß ist des Herren Gloria,

    Hier unten groß, wie in der Höh.

    Ich singe ihm ein Kyrie

    Eleison und Halleluja.

     

    Er schuf so schön, er schuf so süß

    Das Menschenherze, und er blies

    Hinein des eignen Odems Geist,

    Des Odems, welcher Liebe heißt.

     

    Fort mit der Lyra Griechenlands,

    Fort mit dem liederlichen Tanz

    Der Musen, fort! In frömmern Weisen

    Den Herrn der Schöpfung preisen.

     

    Fort mit der Heiden Musika!

    Davids frommer Harfenklang

    Begleite meinen Lobgesang!

    Mein Psalm ertönt: Halleluja!

     

     

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