Archiv für die Kategorie „Roland Rottenfußer“

Der dressierte Bürger

Freitag, 18. Mai 2012

Parkraumbewirtschaftung und Verfolgung von Bagatell-Verkehrssünden. Stress mit Mautpflicht, Sonderparkzonen und Umweltzonen. Hartz IV-Schikanen und Alkoholverbot in U-Bahnen: Das Motto der Staatsorgane lautet immer häufiger: Im Zweifel gegen die Freiheit. Bürger in Deutschland zu sein, bedeutet, sein Leben ständig im Hinblick auf mögliche Bestrafung zu führen. Wozu sind Verbote wirklich da? Mit ihrer Hilfe bringt der Staat seine Macht ins Spiel, schärft seine Repressionsinstrumente und testet die Gehorsamsbereitschaft der dem Gesetz Unterworfenen. Er reduziert den Homo sapiens auf seine Schrumpfform: den Homo obediens (gehorchenden Mensch), der sich reflexartig der jeweiligen Erlaubnis- oder Verbotslage anzupassen hat. Der Kampf um eine menschlichere Gesellschaft muss daher immer auch ein Kampf gegen unnötige und überhöhte Strafen sein. (Roland Rottenfußer)
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Erben – die Mühe, geboren zu werden

Freitag, 27. April 2012

Schon in "Figaros Hochzeit" wird gegen ererbte Privilegien gewettert

Der Zins ist schädlich, gewiss, aber er bliebe ein begrenztes Übel, wäre da nicht ein anderer Faktor, der ihn verewigt und potenziert: das Erbe. Erbschaften zementieren Familienprivilegien und unterhöhlen die Chancengleichheit. Der Sohn von Michael Ballack wird nicht nächster Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. In Unternehmen sind derlei Absurditäten aber durchaus üblich. Schwerer wiegt, dass sich die Akkumulation von Vermögen und politischem Einfluss über Generationen fortsetzen kann. Wer für das Leistungsprinzip und gegen demokratisch nicht legitimierte Machtkonzentration ist, kann nicht gleichzeitig für uneingeschränktes Erben sein. Es müssen Wege gefunden werden, Erbschaften auf ein sozialverträgliches Maß zu begrenzen. Ein paar Vorschläge. (Roland Rottenfußer) (weiterlesen …)

Die Zukunft des menschlichen Bewusstseins

Donnerstag, 5. April 2012

Spiral Dynamics: Farbenlehre des Bewusstseins

«Die Menschheit wird zu ungeahnter Größe reifen, und ab 2012 wird ein neues Zeitalter beginnen.» Diese optimistische Voraussage stammt von den Seminarleitern Leniel und Jophiel Nebrig, esoterischen 2012-Fans. Es wäre schön, aber ist es auch wahr? Schon immer haben Propheten vom Kommen eines „Neuen Menschen“ geträumt. Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, seine eigene Überwindung durch ein „Höheres“ herbeizuphantasieren. Sicher ist, dass sich das kollektive Bewusstsein der Menschheit weiterentwickelt. Gibt es seriöse Methoden, um die Evolution des Geistes in der näheren Zukunft vorherzusehen? Und dürfen wir hoffen, dass dann endlich Frieden und Vernunft einkehren? (Roland Rottenfußer) (weiterlesen …)

Göttliches Gehirntraining

Freitag, 30. März 2012

Meditation, Gebet, Körperübungen, Mantras – spirituelle Praktiken sollen die Menschen dem Göttlichen näher bringen und die Erleuchtungs-wahrscheinlichkeit erhöhen. Aber sind sie auch gesund? Die Neurowissenschaftler Andrew Newberg und M.R. Waldman haben in ihrem Buch „Der Fingerabdruck Gottes“ nachgewiesen, dass religiöse Übungen Stress und Depressionen bekämpfen sowie die Alterung des Gehirns aufhalten. Und sie sagen auch genau, welche Techniken am besten helfen. (Roland Rottenfußer) (weiterlesen …)

Sind wir Schöpfer oder Marionetten?

Freitag, 9. März 2012

Neurowissenschaftler stellt die Existenz eines Freien Willens in Frage. Bilden wir uns nur ein, dass wir frei sind? Welchen Sinn machen Strafen, wenn niemand verantwortlich ist? Und erübrigt sich das Aufbegehren gegen eine ungerechte Weltordnung, wenn alles vorherbestimmt ist? Die Folgen einer «Abschaffung» des Freien Willens wären weit reichend. Die Forschungsergebnisse dazu sind jedoch vieldeutig. Was tun? Im Zweifel für die Freiheit! (Roland Rottenfußer) (weiterlesen …)

Die unbekannte Wahrheit hinter den Worten

Mittwoch, 1. Februar 2012

Anne Ziegler-Weispfennig gründete mit Autisten eine Theatergruppe. Das bedeutete, mit den Eigenheiten dieser besonderen «Stars» umgehen zu lernen. Die Erfolge jedenfalls bringen Publikum wie Kritiker zum Staunen. (Roland Rottenfußer) (weiterlesen …)

Eins in den Kochtopf, eins in den Müll …

Dienstag, 24. Januar 2012

Die Hälfte der produzierten Lebensmittel wird weggeworfen. Wie immer ist Geldgier eine Ursache des Skandals. Aber auch mangelnde Achtung vor Nahrung und eine zu geschmäcklerische Einstellung der Verbraucher. (Roland Rottenfußer) (weiterlesen …)

«Der Schrei der Armen»

Freitag, 20. Januar 2012

Leonardo Boff

Im Christentum haben Kapitalismuskritik und sozialistisch anmutende Konzepte eine lange Tradition, die bis auf die Evangelien selbst zurückgeht. Die Kirchen haben sich in der Geschichte oft auf die Seite der Reichen und Mächtigen geschlagen. Dennoch ist der Funke der Solidarität mit den sozial Schwachen nie ganz erloschen und flammte in der lateinamerikanischen „Befreiungstheologie“ des 20. Jahrhunderts wieder auf. (Roland Rottenfußer) (weiterlesen …)

Leben ohne Existenzangst, Arbeit ohne Zwang

Freitag, 13. Januar 2012

Früher Befürworter des Grundeinkommens: Erich Fromm

Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen. Obwohl der Produktivitätsfortschritt uns allen längst ein leichteres Leben ermöglichen würde, hält die Politik weiter am Arbeitszwang fest. Der Widerwille gegen angebliches Sozialschmarotzertum ist auch im Volk so ausgeprägt, dass die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens auf viel Widerstand stößt. Zu Unrecht: Ein BGE würde den Wert von bisher unbezahlter Arbeit honorieren und ungeahnte Kreativität frei setzen. Die bisher praktizierte „Antrags- und Schnüffelbürokratie“ hätte ein Ende. (Roland Rottenfußer) (weiterlesen …)

Polanski – Opfer, Büßer und Genie

Donnerstag, 5. Januar 2012

Roman Polanski

Roman Polanski hat einen neuen Film gedreht – und wieder geht es um die Aufarbeitung von Schuld. In „Gott des Gemetzels“ streiten sich zwei Elternpaare um Gewalt auf dem Schulhof. Das scheint harmlos, verglichen mit den Problemen, die die Protagonisten in „Rosemary’s Baby“, „Tess“ oder „Der Tod und das Mädchen“ haben. Aber es ist charakteristisch für einen Regisseur, der sich hartnäckig an Themen wie Verbrechen, Buße und Vergebung abarbeitet. Wer ist dieser Besessene auf dem Regiestuhl? Leistet er filmisch Abbitte für eine Vergewaltigung, die 34 Jahre zurück liegt? Oder war sein Werk stets überschattet von seiner Kindheit als Jude im von Nazis besetzten Polen? Eine Spurensuche in die Seelenlandschaft eines der faszinierendsten Künstler unserer Zeit. (Roland Rottenfußer)
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